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Hitze dämpfte Milchanlieferung

18. Juni 2018


L P D - Die ungewöhnlich große Hitze im Mai setzte nicht nur Menschen zu, auch Tieren war es deutlich zu heiß. Das gilt in erster Linie für Milchkühe, die ohnehin ein etwas moderates Klima bevorzugen. Die Folgen zeigen sich bei der Milchanlieferung an die Molkereien. Hier gibt es nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes seit Mitte Mai einen deutlichen Knick nach unten. Marktbeobachter schlussfolgern daraus, dass die saisonale Spitze überschritten ist. Damit bewegt sich die Milchanlieferung an die Verarbeitungsunternehmen in Deutschland zurzeit zwischen den Kurven der beiden Vorjahre, es wird noch etwas mehr Milch gemolken als im Vorjahr, aber weniger als im Krisenjahr 2016. Es gab nicht nur einen Rückgang der Anlieferungsmenge, auch die aktuellen Gehalte an Eiweiß und Fett entwickeln sich rückläufig. Auf der Gegenseite lösen die hohen Temperaturen eine lebhafte Nachfrage nach Milchfrischprodukten aus: Trinkmilch, Buttermilch, Kefir oder Joghurt und natürlich Eis zählen bei hochsommerlichen Temperaturen pur oder in Kombination mit frischen Früchten zu beliebten Erfrischungen, teilt die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen mit. Auch Käse war gut gefragt und bescherte den Käsereien eine lebhafte Nachfrage, in den Reifelagern gibt es kaum ausreichen Nachschub.

Marktbeobachter gehen für die kommenden Monate weiterhin von einer rückläufigen Milcherzeugung aus. Auf der Nachfrageseite bewerten sie die Märkte im Hinblick auf die Inhaltsstoffe Eiweiß und Fett unterschiedlich. Bei den Eiweißprodukten gibt es nicht zuletzt aufgrund der noch vorhandenen Interventionsbestände an Milchpulver kaum richtige Impulse, wenngleich mittlerweile Ware aus den Interventionslagern abfloss. Dagegen zählt Milchfett momentan zu den begehrten Produkten. Das gilt für Butter oder Mischfette mit einem hohen Anteil Milchfett sowie Schlagsahne und alle anderen Milchprodukte mit einem höheren Fettanteil. Sie sind fettarmen Erzeugnissen im Geschmack deutlich überlegen. Vollmundiger Genuss zieht offenbar wieder als Verkaufsargument. Marktbeobachter rechnen daher für die kommenden Monate mit einem Plus bei den Auszahlungspreisen für die deutschen Milcherzeuger. In Niedersachsen leben mehr als 800.000 Milchkühe auf rund 8.500 Höfen. Dort werden im Jahr mehr als sechs Milliarden Kilogramm Milch gemolken. (LPD 44/2018)

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