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Sauenhalter erwarten praktikable Lösung

26. April 2018

Foto: landpixel

L P D - Niedersachsens Sauenhalter beobachten mit großen Erwartungen die in Münster tagende Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern. Ab 1. Januar 2019 ist die betäubungslose Kastration von Ferkeln verboten, darüber diskutieren die Ministerinnen und Minister unter anderem auch. „Wir Tierhalter benötigen dringend eine praktikable Lösung. Die Politik muss jetzt umgehend die arzneimittelrechtlichen Voraussetzungen zur Anwendung der Lokalanästhesie durch den Tierhalter schaffen“, fordert Enno Garbade, Vorsitzender im Arbeitskreis Sauenhaltung im Landvolk Niedersachsen. Unter dem Namen „schwedisches Modell“ wird dieses Verfahren in dem skandinavischen Land angewandt und hat sich dort bewährt. Die Tierhalter werden dazu eigens geschult. Garbade sieht überwiegend Vorteile für diese neue Form der Ferkelkastration. Die Alternativen, wie Ebermast oder Immunokastration und auch Narkose, dagegen werden von den Handelspartnern nicht wie erforderlich umgesetzt oder führen zu Wettbewerbsnachteilen. Nach Überzeugung Garbades wurde schon viel zu lange über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten diskutiert, jetzt sind Entscheidungen gefragt. Sollten diese erneut vertagt werden, befürchtet der Verband, dass sich weitere Tierhalter zum Ausstieg aus der Sauenhaltung gezwungen sehen. Sie benötigen jetzt dringend eine Anschlusslösung, wie sie nach dem Verbot der betäubungslosen Kastration ab 2019 handeln sollen.

Garbade verweist unter anderem auf das Magdeburger Kastenstandurteil sowie die Diskus-sion um lange Ringelschwänze, die ebenfalls erhebliche Verunsicherung ausgelöst haben. „Wer als Sauenhalter heute einen Stall bauen will, bekommt keine verlässliche Antwort, wie dieser aussehen soll, damit er in zwei, zehn geschweige denn 20 Jahren noch den Anforderungen des Tierschutzes entspricht“. Viele Betriebsleiter würden darauf mit ihrer eigenen Entscheidung reagieren und aus der Sauenhaltung aussteigen. So hat sich in Niedersachsen die Zahl der Sauenhalter von 2010 bis November 2017 von 3.400 auf nur noch 1.800 fast halbiert. Nur etwa jedes zweite hierzulande benötigte Ferkel stammt aus eigener Zucht. „Diese Entwicklung ist aus verschiedensten Blickwinkeln äußerst bedauerlich, unsere Sauenhalter benötigen endlich wieder verlässliche Rahmenbedingungen“, sagt Enno Garbade und erwartet von den in Münster tagenden Agrarministern dazu die richtigen Beschlüsse. (LPD 32/2018)

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