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Kein Wahlkampf auf dem Rücken der Landwirte

03. Januar 2017

Foto: Landvolk

L P D – Das wichtigste, was die niedersächsischen Ackerbauern und Tierhalter derzeit brauchen, sei Planungssicherheit, fordert Landvolkpräsident Werner Hilse angesichts der Themen, die sich Landwirtschaftsminister Christian Meyer zum Auftakt seines Vorsitzes in der Agrarministerkonferenz vorgenommen hat. „Es wird die Landwirte extrem verunsichern, was der Minister zu den Themen Tierhaltung, Pflanzenschutz und Mengenregulierung bei Milch fordert. Sämtliche angesprochenen Themen müssen mit Bedacht und auf Basis wissenschaftlicher Fakten bearbeitet und nicht als Schnellschuss für den Wahlkampf ausgeschlachtet werden“, sagt Hilse. Er wünscht Meyer unbedingt mehr Fingerspitzengefühl, andernfalls würde er die Landwirte überfordern, an einem Punkt an dem er bereits mehrfach Zurückhaltung gelobte. „Immer neue Forderungen belasten die Landwirte und in Zeiten desolater Preise für Agrarprodukte wird der Strukturwandel dadurch nur weiter vorangetrieben“, stellt Hilse klar.

Unklar ist dem Präsidenten auch, wie sich Meyer eine Kennzeichnung von Fleisch vorstellt: „Was bei Eiern funktioniert, das muss bei in der Produktgruppe Fleisch und Fleischwaren noch lange nicht funktionieren. Die Kennzeichnung ist weitaus komplexer, ein Ei wird schließlich als Ganzes verkauft, im Segment Fleisch und Fleischwaren sind es hunderte verschiedenartiger Teilstücke und Produkte. Bei sämtlichen Kennzeichnungspflichten dürfen keine Wettbewerbsnachteile für die deutschen Landwirte entstehen. Immerhin bewegt sich der Minister mit seinen Forderungen auf Bundesebene anstatt wie bisher immer nur die niedersächsischen Landwirte mit seinen Forderungen zu überfrachten!“ meint Hilse.

Die Kritik am überhöhten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weist der Präsident klar zurück. Die Ackerbauern setzten nicht mehr Mittel ein, als sie zur Gesunderhaltung ihrer Bestände unbedingt benötigten: „Zum einen arbeiten sie auf Basis der guten Landwirtschaftlichen Praxis, die seit drei Jahren auch durch Pflanzenschutz-Sachkundelehrgänge ständig nachgewiesen werden muss, zum anderen sind diese Mittel schlicht sehr teuer“, sagt Hilse. Wenn der Minister beispielsweise die Zulassung von Glyphosat anhand wissenschaftlicher Fakten entscheiden möchte, dann könne er das nur unterstützen, schließlich wäre die Zulassung dann außer Frage.

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