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Urbane Flächenumnutzung schont das Ackerland

05. Dezember 2016

Foto: DBV

L P D - Die Landwirte kennen die Bedeutung des Bodens, sie leben seit Generationen von der Ertragskraft ihrer Äcker, erhalten und mehren sie. Konservierende Bodenbearbeitung, Mulch- oder Direktsaat, Erosionsschutz, integrierter Pflanzenschutz und angepasste Düngung anhand regelmäßiger Bodenproben haben sich auf den modernen Ackerbaubetrieben durchgesetzt. Immer weniger Äcker bleiben im Winter abgeerntet und schutzlos. Zwischenfrüchte wie Senf, Ölrettich oder Phacelia schützen vor Erosion und Nitrat- oder Stickstoffauswaschung und bilden Humus. Die Bedeutung des Bodens und die Zusammenhänge zwischen Bodengesundheit und Erträgen sind unumstritten. Moderne Technik wie Stickstoffsensoren an den Maschinen für den gezielten Düngereinsatz, Terrabereifung gegen Verdichtungen, Saateinrichtungen am Grubber für Zwischenfrüchte oder GPS-Einsatz, um Überfahrten zu reduzieren, werden zum Bodenschutz eingesetzt.

Schmerzlich schlagen daher tägliche Flächenverluste von zwölf Hektar je Tag in Niedersachsen zu Buche. Das Landvolk Niedersachsen macht sich dafür stark, den Flächenverbrauch für Infrastrukturmaßnahmen, Siedlungsbau und die dafür geforderten Ausgleichsflächen zu reduzieren. Die große Nachfrage am Bodenmarkt wirkt nicht zuletzt preissteigernd und wird vor allem in stadtnahen Regionen zum Problem für die Bauern. Im Landesdurchschnitt koste ein Hektar Ackerland im vergangenen Jahr 30.713 Euro, das sind 7,5 Prozent mehr als 2014. Der Landesbauernverband fordert die Kommunen auf, regelmäßig Maßnahmen zum Schutz von Ackerland zu prüfen, zum Beispiel die Wohnqualität im Ortskern zu verbessern und Leerstand zu reduzieren, statt neue Siedlungen und Einkaufszentren auf der grünen Wiese zu errichten und bei Ausgleichsmaßnahmen eher auf Qualität statt auf Quantität zu setzen. Sorge bereitet den Landwirten auch die Planung der Stromtrasse SuedLink längs durch Niedersachsen. Die Verlegung des Erdkabels stellt einen erheblichen Eingriff dar. Die Zerstörung des Bodengefüges und die Verdichtung kann Änderungen des Wasser-, Luft- und Nährstoffhaushalts und zeitliche Wachstumsverschiebungen zur Folge haben.

Bei der Festveranstaltung zum Weltbodentag der Vereinten Nationen (UN) in Berlin wird heute der Gartenboden als Boden des Jahres 2017 vorgestellt. Mitten in der Großstadt wird der urbane Bodenschutz thematisiert, Entsiegelung von innerstädtischen Industrieflächen und der „Boden in der Stadt der Zukunft“ stehen in diesem Jahr im Fokus. Die Qualität der Flächen zu verbessern, die ohnehin vorhanden sind, statt immer neue zu erschließen, schont das Ackerland und ist nach Einschätzung des Landvolks Niedersachsen ein Schritt in die richtige Richtung. (LPD 94/2016)

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