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Echte Festtagsgänse kommen aus der Region

05. Dezember 2016

Foto: NGW

L P D - Der „Eventcharakter“ eines Gänseeinkaufs beim Erzeuger ist nicht zu unterschätzen. Trotz des Preisunterschiedes zu Frostware aus dem Ausland finden deutsche Produkte zügig Abnehmer. Der Selbstversorgungsgrad mit Gänsefleisch lag im vergangenen Jahr in Deutschland allerdings lediglich bei 19 Prozent, ein Ausbau der Produktion zeichnet sich auch in diesem Jahr nicht ab. 2015 wurden nach Angaben des Agrarmarkt-Informations-dienstes (AMI) Deutschland 4.900 Tonnen Gänsefleisch erzeugt, verzehrt wurden 24.000 Tonnen. „Mit den Preisen für Gänse oder Gänseteile aus Ungarn oder Polen können wir Deutschen einfach nicht mithalten“, sagt Lorenz Eskildsen. Den Vorsitzenden des Bundesverbands Bäuerliche Gänsehaltung erschüttert es in jedem Jahr aufs Neue, dass etwa die Hälfte der importierten Gänseteile aus ungarischer Stopfleberproduktion stammen, dies aber im Handel nicht deklariert werden muss. „In der Gastronomie werden die Teile komplett anonymisiert und die Herkunft gar nicht mehr hinterfragt“, beklagt der Gänsehalter aus Mutzschen in Sachsen gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Er empfiehlt den Kunden, zu Gänsen aus Deutschland zu greifen, um nicht unbeabsichtigt Gänseteile von Tieren zu kaufen, die aus der Stopfleberproduktion stammen oder lebend zur Daunengewinnung gerupft wurden. Das ist hierzulande nämlich verboten. Auf der Homepage www.service-vom-hof.de sind Direktvermarkter aufgelistet, aber auch auf den Bauernmärkten werden niedersächsische Gänse und Gänseteile angeboten.

Wenig überraschend ist die Tatsache, dass 91 Prozent des Gänsefleisches im vierten Quartal verkauft werden, 86 Prozent sogar im November und Dezember. Die niedersächsischen Direktvermarkter haben in diesen Tagen also alle Hände voll zu tun, um die Kunden mit Festtagsbraten zu versorgen. Rund 700 Betriebe in Niedersachsen mästen Gänse, teilweise allerdings nur für den Eigenbedarf. Deutschlandweit sind es 4.600 Betriebe, rund 300.000 der in Deutschland gehaltenen 550.000 Gänse werden in Niedersachsen gehalten. Tiere, die unter dem Begriff „Gänse aus bäuerlicher Freilandhaltung“ angeboten werden, hatten pro Tier beispielsweise15 Quadratmeter Auslauf. Im Mai werden die Gänseküken, die Gössel, eingestallt und 16 bis 24 Wochen gemästet, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Sie können bei warmem Wetter bereits als Küken stundenweise draußen sein. Gänse sind nicht scheu und beim Familienbesuch auf dem Bauernhof können Eltern und Kinder das ganze Jahr über beobachten, wie die Tiere wachsen. Die Stallpflicht wegen der grassierenden Vogelgrippe macht den Besuchern und den Tierhaltern derzeit allerdings einen Strich durch die Rechnung. Bis auf weiteres dürfen die Tiere wegen der Ansteckungsgefahr bei Wildvögeln nicht raus aus dem Stall. (LPD 94/2016)

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