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Biogasanlagen könnten noch mehr Wärme liefern

14. November 2016

Foto: Landpixel

L P D – Die Betreiber von Biogasanlagen möchten ihre Anlagen noch effektiver nutzen und dazu die Vermarktung der Wärme ausbauen. Drei von vier Biogaserzeugern sind bereits in mehr oder weniger konkrete Überlegungen eingestiegen, wie sie die Wärme besser nutzen können. Das hat nach Mitteilung des Ladvolk-Pressedienstes eine Umfrage ergeben, die der Fachverband Biogas in Auftrag gegeben hat. Bereits jetzt nutzt mehr als jeder dritte Anlagenbetreiber zumindest die Hälfte der anfallenden Wärme. Allerdings räumten auf der anderen Seite auch nahezu ein Drittel der Anlagenbetreiber ein, dass sie aufgrund finanzieller Hemmnisse oder wegen der auslaufenden Förderung keine entsprechenden Planungen aufnehmen können. Der Fachverband Biogas sieht hier dringenden Bedarf für eine Anschlussregelung im Erneuerbare Energien Gesetz 2017 für die Bestandsanlagen. Darauf hat auch das Landvolk Niedersachsen stets hingewiesen.

Die von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen für den Fachverband durchgeführte Umfrage belegt eine breite Spanne bei der Wärmenutzung von Biogasanlagen, wie sie bisher praktiziert wird. So schwanken auch die Preise weit auseinander. Gerade mal 0,9 Cent je Kilowattstunde werden bei der Wärmenutzung für die Holztrocknung erzielt, während sich bei Abnehmern wie Krankenhäusern oder Kliniken mit 3,5 Cent je Kilowattstunden fast viermal so viel realisieren lässt. Die Umfrage unterscheidet hier zwischen hochwertiger und weniger hochwertiger Wärmenutzung.  Höhere Erlöse erzielen die Anlagenbetreiber auch dann, wenn sie eine Vollversorgung garantieren können. Dazu müssen sie als Sicherheit allerdings zuvor in einen Wärmekessel investieren. Entscheidend ist auch die Preisfindung für die abgegebene Wärme. Da die Verträge zumeist sehr langfristig angelegt sind, ist häufig eine Preisanpassung über eine Indexbindung vereinbart, fixe Preissteigerungsraten sind eher die Ausnahme. Schwierigkeiten bei der Ausarbeitung tragfähiger Wärmenutzungskonzepte bereitet der stark auseinander driftende Wärmebedarf zwischen Sommer und Winter sowie die häufig weite Entfernung zwischen Biogasanlage und potenziellen Nutzern. Die klimafreundliche Biogaswärme verdient nach Einschätzung des Fachverbandes einen attraktiven Preis. Die nachhaltige, speicher- und regelbare sowie kosteneffiziente Energieversorgung aus Biogas sollte noch stärker berücksichtigt werden. Nach seriösen Planungen könnte einheimische Bioenergie 2050 ein Viertel des hiesigen Primärenergiebedarfs abdecken. (LPD 88/2016)

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