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Getreidemarkt stimmt Ackerbauern optimistisch

09. Juli 2012

L P D – Allenfalls auf Durchschnittsniveau wird sich nach Einschätzung des Landvolkes Niedersachsen die diesjährige Getreide im Agrarland Niedersachsen bewegen. Obwohl die endgültigen Anbauzahlen bislang noch nicht vorliegen, kann von einigen Verschiebungen im Anbau ausgegangen werden, die Einfluss auf die Erntemenge haben werden. Der ertragreiche Winterweizen wurde nach Frostschäden durch ertragsschwächeren Sommerweizen ersetzt, auch bei der Gerste haben die Landwirte Lücken in der Wintergerste, die der strenge Spätfrost verursacht hatte, durch Sommergerste aufgefüllt. Allein diese Korrekturen lassen eine geringere Gesamtmenge erwarten. Zusätzlich hat die Frühjahrstrockenheit einige Schäden verursacht. Danach allerdings waren die stetigen Niederschläge dem Wachstum durchaus förderlich. In der Summe allerdings wird sich die Ernte kaum über das Niveau des Vorjahres bewegen. Mit 5,1 Mio. t war das Ergebnis 2011 deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt geblieben.Die Landwirte gehen nach den derzeitigen Wetterprognosen zudem von einer langen und eher schwierigen Ernte aus, die vereinzelt bereits begonnen hat. Diese Einschätzung wurde jetzt auf der Getreiderundfahrt des Landvolkes Niedersachsen im Raum Gifhorn geäußert.

Optimistischer dagegen stimmt der Blick auf die Vermarktungsaussichten. Sie werden immer stärker durch globale Entwicklungen beeinflusst, und die haben sich gerade in den vergangenen Wochen eindeutig zu Gunsten der Landwirte gedreht. Nach Einschätzung aller Marktpartner werden die Preissteigerungen an den Terminbörsen eher durch Meinungen und Psychologie geprägt als von harten Fakten. Landvolk-Präsident Werner Hilse geht davon aus, dass die derzeit hohen Preise auch nach der Ernte Bestand haben werden, der in früheren Jahren häufig beobachtete „Preisbruch“ damit ausbleibe. Da die Landwirte aktuell weniger Getreide über Vorverträgegebunden haben, sollten sie den Markt genau beobachten. Sie sollten ihre Verkaufsbereitschaft auch in der Ernte signalisieren, verdeutlichten Handel, Genossenschaften und Verarbeitungsunternehmen. Sie sehen einen erhöhten Bedarf für Deckungskäufe durch Verarbeitungsunternehmen. Den höheren Notierungen für Getreide stehen auf der Erzeugerseite deutlich höhere Kosten, unter anderem für Energie, Dünger und Löhne gegenüber. Zudem belasten die höheren Getreidepreise die Tierhalter mit höheren Futterkosten, ihre Erlöse müssten dem Preisanstieg bei Getreide folgen. Einig waren sich die Landwirte daher mit ihren Marktpartnern in der Einschätzung, dass weniger der absolute Preis, als vielmehr die zu erlösende Spanne für den Betriebserfolg entscheidend sind. (LPD 50/2012)



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