Waldbesitzer freuen sich über lebhafte Nachfrage
16. Februar 2012
L P D - Holz aus niedersächsischen Wäldern bleibt gefragt. Die Privatwaldbesitzer im Land freuen sich über volle Auftragsbücher bei den Verarbeitungsunternehmen wie Sägewerken und Zimmereien. Vom Einfamilienhaus bis hin zur großen Fabrik werde viel gebaut, stellen die Waldbesitzer fest und registrieren ein lebhaftes Interesse an Holz, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Das hat im Jahr 2011 erneut zu einer größeren Holzernte geführt. „Mit 1,9 Mio. Festmeter Holz haben die privaten Waldbesitzer den Holzeinschlag nochmals gesteigert und nähern sich der Zielmarke von zwei Mio. Festmeter“, sagt Frank Haufe aus der Forstabteilung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Dabei beachten sie jedoch die Grundsätze einer nachhaltigen Forstwirtschaft und lehnen daher die Forderung einiger Naturschutzverbände nach einem Nutzungsverbot beispielsweise in Buchenwäldern ab. „Die Waldbesitzer pflegen ihre Wälder über Jahrzehnte und müssen von dem Ertrag auch leben können“, betont Steffen Hartig für den Waldbesitzerverband Niedersachsen.
Nach wirtschaftlich schwierigen
Jahrzehnten erwirtschaften die gut 60.000 privaten Waldbesitzer zurzeit recht
gute Erträge in ihren Wäldern. Die rege Bautätigkeit hat die Nachfrage
stimuliert, die Preise werden als recht ordentlich eingestuft. Diese Gunst des
Marktes nutzen die Waldbesitzer. Der Löwenanteil des Holzes wird in der Region
vermarktet, einige Waldbesitzer bedienen aber auch den Export. Der private
Waldbesitz in Niedersachsen verfügt mehrheitlich über kleinere Flächen, die
häufig gemeinschaftlich bewirtschaftet werden. Zwei von drei Waldbesitzern
nennen maximal 50 ha ihr Eigen, im Durchschnitt sind es elf ha. Ausschließlich
vom Wald leben nur wenige Forstwirte, wobei die erforderliche Größe des
Waldbesitzes vom Standort, den gewachsenen Holzvorräten und auch dem eigenen Engagement
im Forst abhängig sind. Wirtschaftliche Unsicherheiten und wenig rentable Konditionen
an den Kapitalmärkten haben auch das Interesse mancher Investoren auf den Wald
gelenkt, im großen Stil wurden diese jedoch noch nicht beobachtet. Und als
Ersatz für den Öltank bietet sich der eigene Wald auch kaum an, hier ist der
Einkauf von Brennholz zielführender. „Wer Wald kauft und wertvolles Stammholz
für den Ofen sägt, der hat auf jeden Fall zu teuer geheizt“, stellt Steffen
Hartig klar. Das deutlich gestiegene Interesse an Brennholz aber spielt den
Waldbesitzern die Kosten für notwendige Pflege- und Durchforstungsmaßnahmen
wieder ein. (LPD 14/2012)