Niedersachsen etabliert sich als Käseland
09. September 2010
L P D - Käse ist gefragt, Käse aus Niedersachsen offenbar ganz besonders. Die Molkereien haben im ersten Halbjahr 2010 deutlich mehr Käse hergestellt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, meldet die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN). Bundesweit stieg die Käseerzeugung von Januar bis Juni auf 1,024 Mio. t, das war gegenüber 2009 ein Plus von 4,6 Prozent. Noch expansiver agierten die niedersächsischen Molkereien, die in jüngster Vergangenheit die Produktionskapazitäten deutlich ausgebaut haben. Hier wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 255.303 t Käse hergestellt, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 5,1 Prozent. Ein noch deutlicheres Plus gab es in dem Segment der Hart- und Schnittkäse mit 16,4 Prozent. Er nimmt mit 126.658 t etwa die Hälfte der gesamten Käseerzeugung im Käseland Niedersachsen ein. An der bundesdeutschen Käseherstellung ist Niedersachsen inzwischen mit rund einem Viertel beteiligt. Die 36 niedersächsischen Molkereien verarbeiteten im ersten Halbjahr 60 Prozent der gesamten Anlieferungsmilch in Höhe von 3,67 Mio. t Milch zu Käse.
Käse aus Deutschland ist nicht nur beim deutschen Verbraucher gefragt. 22,3 kg Käse genießt jeder Verbraucher im Jahr, davon entfallen knapp elf kg auf Hart-, Schnitt- und Weichkäse, weitere 9,4 kg auf Quark. Sehr begehrt ist deutscher Käse auch im Export, wobei die EU-Länder im Zeitraum von Januar bis Juli mit 433.440 t den Löwenanteil orderten. Den Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum beziffert der Milchindustrieverband auf 5,2 Prozent. In der Tonnage nicht ganz so bedeutend, dafür aber mit höheren Zuwachsraten verlief das Exportgeschäft in Drittländer. Sie steigerten die Nachfrage um 46 Prozent auf knapp 80.000 t, damit hat fast jede fünfte Exportlieferung mit Käse deutscher Herkunft ein Zielland außerhalb der EU. Die gesamte deutsche Ernährungsindustrie exportierte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 Waren im Wert von 11,4 Mrd. Euro und schaffte damit ein Plus von gut fünf Prozent, die deutsche Molkereiwirtschaft war daran mit knapp 2,3 Mrd. Euro beteiligt und konnte sich über eine höhere Zuwachsrate in Höhe von 7,8 Prozent freuen. (LPD 35/2010)
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