Landvolk Presse Dienst

EU ist der größte Weizenerzeuger der Welt

02. Juli 2009

L P D - Die Landwirte in der Europäischen Union dürften auch in diesem Jahr den inoffiziellen Titel als „weltgrößter Weizenerzeuger“ verteidigen. Der Landvolk-Pressedienst zitiert die jüngste Ernteprognose des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums, wonach zur diesjährigen Ernte in der EU rund 135,96 Mio. Tonnen (t) Weizen erwartet werden. Das wären 10,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor, wobei sich insbesondere die Frühjahrsdürre in Südosteuropa bemerkbar gemacht haben dürfte. Mit einer erwarteten Weizenernte von 113,5 Mio. t fällt Platz zwei an China vor Indien, das trotz eines Produktionsrückgangs um 1,4 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor rund 77,50 Mio. t Weizen ernten könnte. Weniger Brotgetreide ernten als im vergangenen Jahr sollen auch die Landwirte in Russland und den USA. Während die Statistiker für Russland eine Weizenernte von rund 59 Millionen Weizen erwarten, und damit rund 7,4 Prozent weniger als zur Ernte 2008/09, sollen die amerikanischen Farmer mit 54,86 Mio. t sogar knapp 19,4 Prozent weniger Weizen ernten als im Jahr zuvor. Dort hatten anhaltende Niederschläge im Norden verhindert, dass etliche tausend Hektar mit Sommerweizen bestellt werden konnten.

Selbst zum jetzigen Zeitpunkt sind derartige Prognosen allerdings noch sehr unsicher. So hatten die Washingtoner Agrarexperten die Ertragserwartungen für die weltweite Weizenernte gegenüber der vorigen Prognose zwar um 1,6 Mio. t auf 656,1 Mio. t nach unten revidiert, private Analysten waren jedoch davon ausgegangen, dass sich die weltweiten Wetterkapriolen noch viel stärker in den amtlichen Statistiker widerspiegeln würden. Wenn die Landwirte rund um den Globus tatsächlich die jetzt erwarteten 656 Mio. t des wichtigsten Nahrungsgetreides ernten, würden sie damit immer noch eine sehr große Weizenernte einfahren. Das Vorjahresniveau von 682,18 Mio. t würde damit aber um 3,8 Prozent verfehlt.  

Die Prognose über die internationale Nachfrage nach Weizen wurde von den Statistikern ebenfalls nach unten korrigiert, da vor allem die Nachfrage nach Futterweizen durch die Veredlungsindustrie aufgrund der globalen Wirtschaftskrise gedämpft ist. Derzeit wird mit einem weltweiten Verbrauch von 641,8 Mio. t Weizen in 2009/10 gerechnet, das wären jedoch 6,85 Mio. t oder 1,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit sieht die weltweite Versorgungsbilanz für das wichtigste Nahrungsgetreide wieder etwas rosiger aus. Allerdings weisen Marktexperten darauf hin, dass aus einer großen Ernte nicht automatisch niedrige Weltmarktpreise resultieren, da viele Länder ihre in den vergangenen Jahren stark geschrumpften Getreidevorräte nun wieder aufstocken. Bereits im jüngsten Winter haben viele Importländer das damalige Preistal genutzt, um Weizen zu bevorraten. (LPD 26/2009)

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