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"Stabwechsel" beim Landvolk Niedersachsen

18. Dezember 2017

Foto: Landvolk

L P D - Mehr als 35 Jahre ehrenamtliche Arbeit für das Landvolk Niedersachsen hat Werner Hilse vorzuweisen, zum Jahreswechsel scheidet er als Präsident des Landvolkes Niedersachsen aus. Zu seinem Nachfolger wählten die Delegierten auf der Mitgliederversammlung in Hannover Albert Schulte to Brinke. Auf den Ackerbauern mit Schweinemast aus dem Nordosten des Landes folgt ein Milchviehhalter aus dem Südwesten an die Spitze des gut 70.000 Mitglieder starken Verbandes.

Schon 1981, mit knapp 30 Jahren, wird Hilse zum Bezirksvorsitzenden in Schnega-Bergen gewählt. Sieben Jahre später rückt er zum Vorsitzenden des Kreisverbandes Lüchow-Dannenberg auf. In der Runde der Kreisvorsitzenden fällt der „Neue“ aus dem Wendland rasch auf und wird 1990 zu einem von zwei Vizepräsidenten im Landvolk Niedersachsen gewählt. Er übernimmt den Vorsitz im Ausschuss für Umwelt, der für Getreide kommt hinzu. „Mehr Fachkompetenz und Sachverstand in der Gesetzgebung“ mahnt der junge Vizepräsident schon in dieser Zeit an. Bereits bei seinen ersten Auftritten auf Bauernversammlungen bezeichnet sich Hilse selbst als „leidenschaftlichen Verfechter“ marktwirtschaftlicher Prinzipien. Genauso überzeugt er von dem unternehmerischen Geschick der bäuerlichen Familienbetriebe. „Sie verstehen ihr Handwerk“, versichert Hilse zum 60. Gründungsjubiläum des Landvolkes Niedersachsen und sieht vor zehn Jahren die Landwirtschaft als „echte Zukunftsbranche“, eine Einschätzung, zu der er heute weiter steht. Dazu setzt Hilse auf freie Märkte und gut informierte Landwirte, die für sich selbst Chancen und Risiken auszuloten wissen. So sieht es auch die weit überwiegende Mehrheit der Mitglieder, wie sich in Diskussionen zu verbandspolitischen Einschätzungen immer wieder zeigt. Hilse begleitet im Laufe seiner Amtszeit die Geschicke einiger Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft.

2002 bestimmen die Delegierten des Landvolkes Niedersachsen Werner Hilse zum  ersten Mal zum Präsidenten, weitere vier Mal bestätigen sie im Laufe der Jahre dieses Votum. Mit 15 Jahren Amtszeit kann Hilse zum Abschluss die zweitlängste Amtszeit nach Edmund Rehwinkel aufweisen. 2006 wird Hilse zum DBV-Vizepräsidenten gewählt und bringt sich als „Außenminister“ auf internationaler Bühne und im europäischen Bauernverband Copa ein. Diese Ämter und das Amt als CMA-Aufsichtsrats-vorsitzender führen ihn immer wieder auf Auslandsreisen und ermöglichen ihm tiefe Einblicke in die Land- und Agrarwirtschaft vieler Länder. Hieraus schöpft er seine Kenntnisse über Handel und Wertschöpfung, die seinen Realitätssinn schärfen. „Marktorientierung und Wettbewerbsfähigkeit“ sind für ihn keine Leerformeln, er füllt diese Begriffe mit Leben und sieht den Verband in der Pflicht, die Mitglieder auf dem Weg dorthin zu begleiten und zu unterstützen. Schließlich stellt auch die EU in der Amtszeit Hilses die Weichen eindeutig in Richtung Markt und verlangt den Landwirten enorme Anpassungsreaktionen ab. Sie gibt den Landwirten damit im Gegenzug ein Stück unternehmerische Freiheit zurück. 

Ganz neue Herausforderungen kommen in Niedersachsen 2011 mit dem vom Land aufgelegten Tierschutzplan und auf EU-Ebene mit dem Greening auf die Landwirte zu. Agrarpolitik und Landwirtschaft geraten stärker in den Fokus der Öffentlichkeit, Hilse muss für die Landwirtschaft plötzlich harte Debatten darüber führen, wie Landwirte ihre Tiere zu halten und ihre Felder zu bewirtschaften haben. Öffentlichkeitsarbeit, in Niedersachsens Landwirtschaft von jeher hoch angesiedelt, gewinnt noch stärker an Bedeutung. Werner Hilse weiß bei all einen Ehrenämtern seinen Hof im heimischen Warpke bei Ehefrau Karin, einer Agraringenieurin, in äußerst fachkundiger Obhut. In dem kleinen Ort im Wendland, wohin die Familie seines Vaters vom Truppenübungsplatz Bergen umgesiedelt wurde, ist der scheidende Landvolkpräsident geerdet. Hier engagiert er sich in den Vereinen, hier hat er Freunde und Familie, drei inzwischen erwachsene Kinder zählen dazu. Mitglieder und Mitarbeiter im Landvolk Niedersachsen danken dem scheidenden Präsidenten und wünschen ihm für die Zukunft ein herzliches Glück auf.

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