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Herbst bot keinen guten Start für das neue Erntejahr

21. Dezember 2017

Foto: Landpixel

L P D - Nach einem witterungsbedingt äußerst schwierigen Jahr 2017 blicken Niedersachsen Ackerbauern äußerst angespannt auf das neue Jahr. Die immer wieder einsetzenden Regenfälle seit den Erntemonaten, haben nicht nur Mähdrescher, Kartoffelroder und Maishäcksler die Arbeit erschwert, sie haben auch für äußerst ungünstige Aussaatbedingungen gesorgt. „Zu viel Regen, verspätete Ernten, schlechte Befahrbarkeit der Böden,  jeder Landwirt und jede Bäuerin hat das in diesem Herbst hautnah erleben müssen“, schildert Landvolkvizepräsident Ulrich Löhr. Nach ersten noch vorläufigen Schätzungen dürften in den Börderegionen bis zu zehn Prozent der für die Aussaat vorgesehenen Flächen nicht bestellt worden sein. Es ist in erster Linie der ertragsstarke Winterweizen, der hier fehlt. In den Küstenregionen im Norden konnten vermutlich bis zu 80 Prozent der für eine Herbstaussaat vorgesehenen Flächen witterungsbedingt nicht bestellt werden. Lediglich die Landwirte auf den Heide- und Sandstandorten im mittleren Niedersachsen kamen mit dem berühmten „blauen Auge“ davon. Dort haben die Landwirte die wenigen Regenlücken genutzt, um die Wintergerste wie vorgesehen in die Erde zu bringen. Auch die Rapsanbauer haben nicht alle Flächen für die nächste Ernte einsäen können, weil die Ölfrucht eine sehr gute Bodenbearbeitung für den richtigen Start ins Wachstum benötigt. Hier schätzen Experten die witterungsbedingten Ausfälle bei der Saat auf vier bis fünf Prozent der ursprünglich eingeplanten Flächen. Bei der weit überwiegenden Mehrzahl aller Ackerflächen beurteilen die Landwirte die Wachstumsbedingungen der Winterkulturen zurzeit als wenig gut. Das trifft für vier von fünf Feldern zu. Die jungen Kulturen sind aufgrund der schlechten Aussaat-, Keim- und Jugendentwicklung in den Wintermonaten nun sehr anfällig gegen Auswinterungsschäden.

Diese Beobachtungen haben bereits zu Reaktionen auf dem Markt für Saatgetreide geführt. Deutsches Sommerweizensaatgut ist de facto nicht mehr zu haben, die Landwirte müssen vielmehr auf europäische Sorten zurückgreifen, mit denen sie pflanzenbautechnisch nicht so vertraut sind. Sogenannter „Wechselweizen“, für Herbst- und Frühjahrsaussaat geeignet, gilt als letzte Hoffnung, ist aber ebenfalls wohl weitgehend vergriffen. Sommergerste und Hafer sind noch verfügbar, aber nicht so ertragreich und breit nutzbar wie Weizen. Das Getreidejahr 2018 könnte also ebenfalls schwierig werden. Als Ausweg bieten sich Mais oder Leguminosen an, allerdings müssen die Landwirte auch die Fruchtfolgen beachten und die von der EU geforderten ökologischen Vorrangflächen bedienen. (LPD 94/2017)

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