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Sorgentelefone sind an Weihnachten erreichbar

14. Dezember 2017


L P D - „Das landwirtschaftliche Sorgentelefon wird am Heiligen Abend und am ersten Weihnachtsfeiertag erreichbar sein“, sagt Annemarie Strüber gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Als Vorsitzende des Trägervereins Sorgentelefon für landwirtschaftliche Familien in Barendorf ist sie erfreut, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch an den Feiertagen bereit stehen. Am Heiligen Abend und am ersten Weihnachtsfeiertag sind die Sorgentelefone in Barendorf (Tel. 04137 812540), Oesede (Tel. 05401 866820) und Rastede (Tel. 04402 84488) jeweils von 19.30 bis 22 Uhr erreichbar.

„Besonders an den Feiertagen, wenn die Familien zusammenkommen, brechen Konflikte auf. Andere Menschen sind ganz allein, das wird ihnen an Weihnachten besonders bewusst“, beschreibt Stüber mögliche Gründe für einen Anruf beim Sorgentelefon. In den bäuerlichen Familien sind Arbeit und Privates so eng verstrickt, dass ein Problem, zum Beispiel finanzielle Sorgen im Betrieb, sofort viele andere nach sich zieht. Es kann zu Spannungen und Streit kommen. „Wir sind die erste Anlaufstelle für besorgte und verzweifelte Landwirtinnen und Landwirte und deren Angehörige. Wir helfen dabei, die Probleme zu lokalisieren und vielleicht auch die Lösung zu erkennen“, erklärt Strüber. Die Probleme sitzen aber oft tiefer: „Je nach Fall vermitteln wir die Anrufer an die landwirtschaftliche Familienberatung weiter“, erläutert Strüber. Die Probleme ihrer Anrufer haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert, aber es werde offener gesprochen, und es rufen inzwischen auch Männer an. Bis vor ein paar Jahren waren es fast ausschließlich die Frauen, die bereit waren, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Männer redeten einfach nicht über ihre Probleme. „Da tut sich glücklicherweise etwas“, hat Strüber festgestellt.

Die Beraterinnen und Berater am Sorgentelefon sind alle ehrenamtlich tätig, arbeiten sehr professionell und werden ständig geschult. Außerdem haben sie alle einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Auch für die nächste Generation möchten die Sorgentelefone der Heimvolkshochschulen Ansprechpartner sein. Stüber hat festgestellt, dass sie sich bekannter machen und vielleicht auch über eine Veränderung des Angebotes nachdenken müssen. „Ob das Telefon auch für die Jüngeren der beste Weg der Kontaktaufnahme bleibt, oder ob wir andere technische Möglichkeiten anbieten, um Hemmschwellen abzubauen, darüber sollten wir zumindest nachdenken“, sagt sie. Der Internetauftritt und die Keywords werden bereits angepasst, damit die Sorgentelefone auch zuverlässig über die Online-Suchdienste gefunden werden. (LPD 93/2017)

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