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Waldbesitzer in Schutzgebieten fühlen sich enteignet

21. September 2017

Foto: Waldbesitzerverband

L P D – Schützenswerte Bereiche und wertvolle Strukturen im niedersächsischen Wald sollen zukünftig unter hoheitlichen Schutz gestellt werden. Bereiche, die bisher als FFH-Gebiete unter vorläufigen Schutz gestellt wurden, sollen bis 2018 in Landschaft- oder Naturschutzgebiete umgewandelt werden. Der bisherige Status sei kein ausreichender Schutz, daher fordert die EU nun Nachbesserungen von den Ländern, meldet der Landvolk-Pressedienst. Die Schutzgebietsausweisung kann für die Waldbesitzer gravierende Folgen haben. Vor allem für Eigentümer kleiner Waldstücke wird der Holzeinschlag in den Schutzgebieten zukünftig schwierig. Im Erlass (Nds. Ministerialblatt 40/2015) sind beispielsweise die Anteile an alten Bäumen über 100 Jahren oder Totholz je nach Waldart genau vorgegeben. Das Befahren wird darin ebenfalls streng reglementiert. Hinzu kommt der große bürokratische Aufwand, dem sich die Waldbesitzer und auch die Förster gegenüber sehen. Jedes Waldstück muss eigentümerscharf begutachtet werden, um die zu schützenden Bereiche und Bäume überhaupt erst einmal zu ermitteln. Wo und wieviel Holzeinschlag noch möglich ist, kann erst anhand dieser Daten für jeden einzelnen Waldbesitzer geklärt werden.

Vorbereitet und umgesetzt werden die Schutzgebietsausweisungen von den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise oder kreisfreien Städte, beschlossen werden sie vom Kreistag. In manchen Regionen zeigen sich die Verantwortlichen gesprächsbereit. Es wurde Personal eingestellt und Infoveranstaltungen abgehalten. In anderen Regionen wurden die Waldbesitzer mit der abgeschlossenen Schutzgebietsausweisung konfrontiert. Unzählige Fragen zu den Bewirtschaftungsauflagen und zur Antragsstellung für den Erschwernisausgleich sind noch offen. Die betroffenen Waldbesitzer sehen sich in der Schutzgebietsausweisung bestraft für nachhaltige Waldbewirtschaftung über Generationen, durch die diese schützenswerten Bereiche überhaupt erst entstehen konnten. Viele sehen in der Schutzgebietsausweisung und den damit verbundenen Auflagen einen enteignungsgleichen Eingriff.

Der Waldbesitzerverband Niedersachsen lädt alle Waldbesitzer zum FFH-Forum ein, am 29. September um 9.30 Uhr in die Festsäle Fricke in Lehrte/Sievershausen. Die rechtlichen Vorgaben und betriebswirtschaftlichen Folgen werden von Experten beleuchtet und anschließend mit der Politik diskutiert. Auf der Exkursion in den Hämelerwald werden anschließend die Auswirkungen der Unterschutzstellung gezeigt. Weitere Informationen und das Anmeldeformular stehen online auf http://www.waldbesitzerverband-niedersachsen.de/index.php?index. (LPD 71/2017)

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