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Neue Wertschätzung für Butter

18. September 2017

Foto: LVN

L P D – Der Preis für Butter ist in den vergangenen Wochen gestiegen. Die Bewertung dieser Entwicklung fällt aber nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes sehr unterschiedlich aus. In einigen Medien wurde gelegentlich schon vom „Luxusgut“ gesprochen, Milchviehhalter dagegen urteilen nüchtern: Butter hat endlich den Preis, der dem Wert ihrer nachhaltigen Erzeugung gerecht wird. Wird der Butterpreis nicht isoliert betrachtet und beispielsweise mit der Lohnentwicklung in Beziehung gesetzt, büßt die Preiserhöhung zweifelsfrei ihre „olympische“ Bewertung ein. So konnte sich im Jahr 1960 ein Arbeitnehmer mit seinem durchschnittlichen Lohn in 39 Minuten ein Stück Butter mit einem Gewicht von 250 Gramm „erarbeiten“. Im Jahr 2009 schaffte er das schon in vier Minuten, knapp einem Zehntel der 1960 benötigten Zeit. Diesen Vergleich hat die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) aus Daten des Instituts der Deutschen Wirtschaft ermittelt und schlussfolgert: Die Verbraucherpreise für Butter stiegen wesentlich moderater als die Löhne. Die LVN weist zugleich darauf hin, dass die Löhne kontinuierlich stiegen, während die Erlöse für Milchprodukte sehr stark schwanken. Die Milchviehhalter sowie die Verarbeitungsunternehmen haben durch Innovationen, Effizienzsteigerungen und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in der gesamten Wertschöpfungskette einen Ausgleich zu niedrigen Preisen gesucht. Leider ist dies nicht allen gelungen, oder sie haben sich diesem Druck entzogen und für die Aufgabe des Betriebes entschieden. Aus Sicht der Betroffenen ist dies ein schmerzhafter Anpassungsprozess.

Umso mehr erfreut Milchviehhalter und Verarbeitungsunternehmen die neue Wertschätzung der Butter. Ernährungswissenschaftliche Studien haben ihren Anteil daran, aber auch die Vorliebe der Verbraucherinnen und Verbraucher für natürliche und hochwertige Milchfette. So blieb der Butterkonsum in den vergangenen Jahren konstant, Mischstreichfette mit Butter gewannen jedoch dazu und haben die Margarine als liebstes Streichfett der Deutschen abgelöst. Das Preisniveau der Butter hat sich jetzt dem von Mischstreichfetten angeglichen. Der aktuelle Preis für Butter von 1,99 Euro je 250-Gramm-Stück ist zwar etwa doppelt so hoch wie im Jahr 2000 mit 0,95 Euro, aber vor 67 Jahren lag der Preis auch nur bei umgerechnet 0,71 Euro. Bei einem Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr von sechs Kilogramm und dem Durchschnittspreis von 1,61 Euro je Kilogramm in 2017 gibt der Durchschnittsverbraucher im Jahr aktuell 38,64 Euro für Butter aus, gegenüber einem Durchschnittspreis von 0,96 Euro wie 2016 ein Plus von 15,60 Euro im Jahr oder 1,30 Euro im Monat – Luxus definiert sich da wohl an anderen Dimensionen!

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