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Schafhalter fordern Entnahme auffälliger Wölfe

24. August 2017

Foto: Anne Friesenborg


L P D - Die Heidschnuckenzüchter fordern für die Schafhalter die Entnahme auffälliger Wölfe. Vor wenigen Tagen erst war eine Heidschnuckenherde in Schmarbeck bei Fassberg im Landkreis Celle erneut durch einen oder mehrere Wölfe angegriffen worden. 13 Tiere wurden getötet, sieben mussten eingeschläfert werden. Die Herde war mit einem optimal aufgebauten, 1,2 Meter hohen Zaun geschützt, er war durch Flatterband auf 1,4 Meter erhöht worden und weder untergraben noch anderweitig beschädigt. „Dies ist der dritte Übergriff innerhalb weniger Wochen“, schreibt Carl W. Kuhlmann, Vorsitzender der Heidschnuckenzüchter, an Ministerpräsident Stephan Weil und fordert die sofortige Entnahme dieser Wölfe. Kuhlmann sieht die Heidschnuckenhaltung in der gesamten Heide in Gefahr. Aber auch die Deichschäfer im Raum Cuxhaven, wo es wiederholt Übergriffe gab, sehen sich außer Stande, ihre Tiere noch effektiver zu schützen. „Unsere Weidetierhalter befürchten, dass die auffällig gewordenen Wölfe das erlernte Sprungverhalten an den Nachwuchs weitergeben und sich durch Abwanderung ausbreiten“, ergänzt Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers. Sämtliche Herdenschutzmaßnahmen wären dann obsolet und jegliche Weide- und Hütehaltung von Schafen, Rindern oder Ziegen nicht mehr möglich, argumentieren die Weidetierhalter.

Sie sehen sich durch ein wissenschaftliches Gutachten des Biologen Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel im Auftrag des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes bestätigt. Er spricht sich für eine „undogmatische“ Diskussion über den Wolf in der deutschen Kulturlandschaft aus und sieht keine ausreichende Begründung für die weitere Einordnung dieser Tierart in die höchste Schutzkategorie. In einem 10-Thesen-Papier sieht er unter anderem eine Begrenzung der Wolfspopulation durch die Jagd als notwendig an. Die niedersächsischen Tierhalter sind zudem verärgert über die restriktive Informationspolitik der niedersächsischen Landesregierung, weil die Ergebnisse der DNA-Tests nicht öffentlich zugänglich gemacht werden. (LPD 63/2017)

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