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Rechtliche Hürden verhindern mehr Tierwohl

24. August 2017

v.l. Brunkhorst, Behrens, Wiechers

L P D - Junge Landwirtinnen und Landwirte wollen eine tierwohlorientierte Landwirtschaft betreiben und entwickeln dafür viele gute Ideen. Leider verhindern rechtliche Hürden zu häufig die Umsetzung. Dies war eine Botschaft, die Niedersachsens Junglandwirte in einem Gespräch mit Landwirtschaftsminister Christian Meyer in Hannover diskutiert haben. „Tierwohlverbessernden Maßnahmen, die keine höheren Emissionen verursachen, wird aus Gründen des Emissionsschutzes gleichwohl die Genehmigung versagt“, schilderte Vorsitzender Niklas Behrens und fügte an: „Das ist für uns überhaupt nicht nachvollziehbar“. Die Baubehörden sowie Bund und Länder müssten die Anstrengungen verstärken, um mehr Tierwohl in den Ställen möglich zu machen. Die dazu bislang speziell in Niedersachsen eingeleiteten Schritte stufen die Junglandwirte als völlig unzureichend ein.

In puncto Förderung loben die Junglandwirte die Existenzgründungsbeihilfe für Junglandwirte im Nachbarland Sachsen-Anhalt. Die grüne Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert hat die ELER-Fördermöglichkeit aufgegriffen und umgesetzt. Jeder Junglandwirt, der sich dort innerhalb der vergangenen zwei Jahre erstmals niedergelassen hat, kann einen Zuschuss von bis zu 70.000 Euro beantragen. „Eine Kopplung dieser Förderung an Leistungen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz wäre für uns Junglandwirte sinnvoll im Sinne einer zukunftsorientierten Betriebsentwicklung“, betonte Henrik Brunkhorst aus dem Vorstand der Junglandwirte Niedersachsen. Die Förderung würde auch den ländlichen Raum insgesamt stärken.

Mit Blick auf die Debatte des von der rot-grünen Landesregierung geplanten Agrarstruktursicherungsgesetzes (NASG), das im Zuge der vorgezogenen Landtagswahlen nicht abgeschlossen wurde, erneuerten die Junglandwirte gegenüber dem Minister ihre grundlegende Kritik. Sie lehnen den Gesetzentwurf in Gänze ab. Er kehre den bisherigen Schutz der Landwirte vor einer so genannten „ungesunden Bodenverteilung“ um in eine Lenkung der Agrarstruktur, und zwar zulasten der Landwirte. Gerade junge Betriebsleiter befürchten gravierende Folgen. „Wir wollen unsere Betriebe nach den Gegebenheiten vor Ort frei entwickeln können“, betont Behrens. Die geplanten Neuregelungen für Naturschutzverbände, Kommunen oder Ersatzflächen hätten eindeutig lenkende Wirkung. Bei Neueinsteigern sei nicht vorgesehen, dass sie für den Flächenerwerb zumindest eine landwirtschaftliche Ausbildung vorweisen müssen. Junglandwirte hingegen verfügen in der Regel über eine Berufsausbildung plus Meisterkurs, Fachschule oder Studium. (LPD 63/2017)

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