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Hofnachfolger besser gesichert als häufig befürchtet

14. August 2017

Foto: Landvolk

L P D - Der erwartete Fachkräftemangel aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft wird vermutlich geringer ausfallen als häufig befürchtet. Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolkes Niederachsen und Vorsitzender des Bildungsausschusses, bestätigt: „Die landwirtschaftliche Ausbildung in Niedersachsen bleibt beliebt. Wir haben relativ stabile Ausbildungszahlen, der Fachkräftemangel hat unsere Höfe noch nicht erreicht.“ Zukünftig erwartet er eine große Nachfrage nach qualifiziertem Personal, und zwar auch im vor- und nachgelagerten Bereich. Zu ähnlichen Erkenntnissen kommt eine Studie der Agrarökonomen Prof. Dr. Stephan von Cramon-Taubadel und Dr. Carsten Holst der Universität Göttingen. Die Autoren schätzen, dass bis 2031 jährlich auf 3.500 Höfen bundesweit die Nachfolge neu geregelt werden muss. Dem stehen jedoch 4.300 Berufsabschlüsse in „grünen“ Berufen gegenüber. Dies sind Ergebnisse der Studie, die von der Edmund-Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank unterstützt wurde. Sie analysierte die Herausforderungen der deutschen Agrarwirtschaft vor dem Hintergrund der aktuellen Alters- und Ausbildungsstruktur der Betriebsleiter.

Die Zahl der Bauernhöfe nimmt ab, die Betriebe wachsen und fangen den zusätzlichen Arbeitsaufwand zum Teil durch eine höhere Mechanisierung auf, berichtet das Landvolk Niedersachsen. Nach Daten aus dem Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) steigt mit zunehmender Betriebsgröße auch die Zahl der Vollarbeitskräfte. Sowohl der DBV als auch die Göttinger Professoren rechnen mit fachlich steigenden Anforderungen an zukünftige Betriebsleiter und deren Mitarbeiter. Die Studie stellt fest, dass viele Betriebsleiter und Beschäftigte älter als 55 Jahre alt sind und bis zum Jahr 2023 voraussichtlich 250.000 Personen dem landwirtschaftlichen Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen werden. In der übrigen Erwerbsbevölkerung sind nur 21 Prozent älter als 55 Jahre, während es bei den Landwirten 33 Prozent sind. Gleichwohl gelten die deutschen Bauern im europäischen Vergleich zusammen mit Landwirten aus Frankreich, Österreich, Polen und Luxemburg eher als jünger. In den westdeutschen Ländern gibt es einen zunehmenden Bedarf an Fremdarbeitskräften, er soll den Rückgang der Familienarbeitskräfte kompensieren. Auch die Hofnachfolge ist in vielen Fällen noch zu klären. Politisch bedingte Verunsicherungen und kritisch geführte, gesellschaftliche Diskussionen beeinflussen Junglandwirte zunehmend bei ihrer Berufswahl.  Wirtschaftlich gut aufgestellte Höfe in Niedersachsen haben aber nach Beobachtungen des Landvolks Niedersachsen keine Probleme, einen geeigneten Hofnachfolger zu finden. Die Zahl der Hofaufgaben ist in den vergangenen Jahren recht konstant geblieben. (LPD 60/2017)

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