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Milchwirtschaft bleibt in Bewegung

24. Juli 2017

Foto: Landvolk

L P D - Verantwortungsvoller Umgang mit Tieren und nachhaltige Nutzung der vorhandenen Ressourcen, diese zentralen Aspekte stehen für Niedersachsens Milchviehhalter bei der Betriebsphilosophie obenan. Schon 2013 hat die Branche nach Mitteilung des Landvolk Pressedienstes erstmals mit wissenschaftlicher Begleitung einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Bereits zehn Jahre länger gibt es die QM-Milch-Audits in Niedersachsen, sie werden als akkreditierter Qualitätsstandard durchgeführt. Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung werden bei der Erarbeitung von Prüfkriterien selbstverständlich auch Tierwohlaspekte berücksichtigt. Niedersachsen war eines der ersten Bundesländer, das die Akkreditierung von QM-Milch in Deutschland umgesetzt hat. Auch der Nachhaltigkeitscheck wurde hier angeschoben. „Unsere Milchviehbetriebe sind nahezu ausschließlich in der Hand bäuerlicher Familien“, erläutert Herbert Heyen  von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen. Der Durchschnittsbetrieb hält heute um die 90 Milchkühe und erwirtschaftet damit in „normalen“ Zeiten ein ausreichendes Einkommen für die 9.800 Familien mit Milchviehhaltung. Weit über 90 Prozent aller 864.000 Milchkühe leben heute in Boxenlaufställen, zwei von drei Kühen haben zudem die Möglichkeit zum Weidegang. „Die Weidehaltung bleibt damit ein Kennzeichen der niedersächsischen Milchwirtschaft und wird von Molkereien zunehmend offensiv beworben“, sagt Heyen. Allerdings gibt es weiter einige, zumeist kleinere Milchviehhalter, die auf Grund unterschiedlicher Gegebenheiten in ihrer Entwicklung eingeschränkt sind und ihre Tiere daher noch in Anbindeställen halten.

In den vergangenen Jahren haben die Milchviehhalter mit den Preiskrisen der Jahre 2008/09 sowie 2015/16 eine wirtschaftlich äußerst schwierige Phase durchmachen müssen. Gleichwohl behält jeder einzelne Landwirt Anregungen zu weiteren Verbesserungen im Betrieb im Blick. Das gilt auch für die Branche insgesamt, denn sowohl Tierwohl wie auch Nachhaltigkeit oder Qualitätsverbesserungen bleiben eine immerwährende Aufgabe. „Dazu diskutieren wir intern, aber auch mit Fachleuten und Wissenschaftlern und versuchen, neue Erkenntnisse möglichst gut in die Praxis zu transformieren“, versichert Heyen. Verbraucherinnen und Verbraucher sind eingeladen, sich auf Höfen direkt über moderne Milchviehhaltung zu informieren oder auch im Internet unter www.mykuhtube.de. Zweifelsfrei aber bleiben Milch und Milchprodukte aus ernährungsphysiologischer Sicht hochwertige und daher zu Recht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern geschätzte Erzeugnisse. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören Milch und Milchprodukte einfach dazu! (LPD 54/2017)

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