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Geliebter, gehasster Rosenkohl

22. Dezember 2016

Foto: Landpixel

L P D - Klein, zart, leuchtend grün und mit leichtem Biss sind die Mini-Kohlköpfe ein großer Genuss, zumindest für die meisten Menschen. Die Röschen können nicht jeden überzeugen und werden von einigen Menschen strikt abgelehnt. Für die Rosenkohl-Fans kann diese Ablehnung nur auf frühkindlicher Prägung beruhen, als die Oma die Köpfchen noch so lange gekocht hat, bis sie irgendwann grau-braun und in Butter und Semmelbröseln ertränkt auf dem Teller lagen. Würden die Rosenkohl-Hasser dieses Gemüse einmal modern zubereitet als herzhaften Auflauf probieren, als gedünstete, knackige Beilage zu Gans, als winterlichen Eintopf oder als Topping auf Bandnudeln, sie würden sicherlich anders urteilen, schreibt der Landvolk-Pressedienst.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 7.700 Tonnen Rosenkohl geerntet, insgesamt wird das Gemüse von 1.100 Betrieben auf insgesamt 464 Hektar angebaut, 32 Hektar davon in Niedersachsen. Spitzenreiter im Rosenkohlanbau ist Schleswig-Holstein mit rund 140 Hektar Anbaufläche. „Die Ernte 2016 läuft noch auf Hochtouren, sobald es etwas kälter wird, steigt die Nachfrage nach herzhaften Gerichten und dazu passt der Rosenkohl hervorragend“, sagt Erich Klug, Gemüseanbauberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. In der Supermärkten und Discountern ist Rosenkohl aus Niedersachsen kaum zu finden, da die Anbau-Strukturen zu klein sind. Aber die Direktvermarkter runden mit dem Rosenkohl ihr Angebot an Wintergemüse ab und bieten ihn im Hofladen oder auf dem Wochen- und Bauernmarkt neben Rote Bete, Steckrüben und Grünkohl frisch vom Feld an.

„Bis zum Februar kann die Ernte weitergehen, wenn es nicht zu kalt wird. In diesem Jahr war es recht trocken und die Kulturen mussten bewässert werden, aber die Qualität ist sehr gut“, weiß Klug. Die Schnittstelle sagt alles über die Frische aus, die Kunden sollten beim Einkauf darauf achten, dass sie noch nicht ausgetrocknet und braun ist. Klug rät außerdem, auch mal neue Rezepte auszuprobieren:“ Die Natur stellt uns dieses Gemüse auch im Winter frisch und regional zur Verfügung. Keine lange Lagerung, keine weiten Wege, besser lässt sich CO² nicht einsparen“, sagt der Anbauberater, der sich selbst schon sehr auf niedersächsischen Grünkohl zu Gans oder Ente an den Feiertagen freut. (LPD 99/2016)

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