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Prävention und Aufklärung verhindern Unfälle

19. Dezember 2016

Foto: Landvolk

L P D - Arbeitsschutz wurde von Landwirten früherer Generationen häufig belächelt und als Zeitverschwendung abgestempelt. Inzwischen ist allen Landwirten klar, dass sie auf sich und ihre Mitarbeiter achten müssen, wenn sie lange gesund arbeiten und leben wollen, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Handschuhe, Staubmasken oder Schutzanzüge, die vom Opa noch abgelehnt wurden, sind bei den Arbeiten auf dem Hof zur Selbstverständlichkeit geworden. Darüber ist Bernd Schulte-Lohmöller sehr froh. Der Vorsitzende des Präventionsausschusses der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ist selbst Rinderhalter und kennt die Gefahren auf den Betrieben.

„Wir empfehlen Maßnahmen, die Landwirte und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Unfällen, aber auch vor langfristigen Schäden bewahren sollen, beispielsweise Hauterkrankungen durch Sonne oder Atemwegserkrankungen durch Staub. Die Mitarbeiter der SVLFG weisen bei den Betriebsbesuchen auf mögliche Gefahrenquellen hin und prüfen, ob und wie diese abgestellt werden können.“ erläutert Schulte-Lohmöller. Regelmäßige Mitarbeiterschulungen mit entsprechender Dokumentation sollen Unfällen oder Folgeerkrankungen zudem vorbeugen, sagt der emsländische Landwirt. Die Statistik gibt der Sozialversicherung Recht: Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle in der Landwirtschaft ist von 136.958 im Jahr 2000 auf 80.825 im vergangenen Jahr zurückgegangen. 20.206 Unfälle ereigneten sich in der Tierhaltung, davon 7.600 mit Rindern. 12.123 Unfälle ereigneten sich 2015 bei Unterhaltungsarbeiten an Maschinen und 8.891 im Gartenbau. 140 tödliche Unfälle musste die SVLFG 2015 bundesweit aufnehmen, 28 bei Arbeiten im Wald, 24 bei der Feldarbeit und 20 im Stall.

In Niedersachsen, Hamburg und Bremen gab es im vergangenen Jahr 10.695 meldepflichtige Unfälle in der Landwirtschaft, 1.343 bei Unterhaltungsarbeiten an Maschinen und 1.146 bei Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten3.248 davon in der Tierhaltung, davon wiederum 1.176 in der Rinderhaltung. Sechs tödliche Unfälle ereigneten sich in 2015, aber nur einer in der Tierhaltung. „Sechs tragische Fälle, aber wir arbeiten intensiv daran, die Landwirte und Angestellten zu sensibilisieren und Maschinen und Hofeinrichtungen sicherer zu machen!“ Schulte-Lohmöller sieht die Präventionsarbeit der SVLFG auf einem guten Weg,  2011 ereigneten sich in Niedersachsen, Hamburg und Bremen insgesamt 19 tödliche Unfälle. Seit dem geht diese Zahl stetig zurück. (LPD 98/2016)

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