gemeinsam stark

Winterdienst muss langfristig geplant sein

28. November 2016

Foto: Landpixel

L P D - Es scheint, als sei der Winter weit weg, und große Schneemassen erwartet in Norddeutschland ohnehin kaum jemand. Der plötzliche Wintereinbruch zwischen Hannover und Hamburg Anfang November war allerdings ein Weckruf für viele Unternehmen. „Nach dem plötzlichen Schneechaos kamen viele Auftraggeber auf uns zu, um sich für den gesamten Winter abzusichern“, erklärt Andreas Hastedt vom Maschinenring Harburg. Die Landwirte aus der Region bieten den Winterdienst an, um ihre Maschinen und auch ihre Arbeitskraft im Winter besser auszulasten, wenn in der Landwirtschaft weniger Arbeit anfällt. „Wenn ein Supermarktbesitzer morgens plötzlich feststellt, dass sein Parkplatz nicht befahrbar ist, dann kann er seinen Mitarbeitern einen Schneeschieber in die Hand drücken. Er kann anrufen, wen er will, jemand anders kommt nicht, wenn er keinen Vertrag abgeschlossen hat“, schildert Hastedt. Deshalb empfiehlt er, sich um das Schnee räumen zu kümmern, wenn noch gar kein Schnee liegt. Langfristige Verträge sorgen dafür, dass bei Wintereinbruch eine PS-starke Mannschaft bereit steht und Parkplätze, Firmengelände, Hauseinfahrten, Gehwege und Straßen räumt. Die Kunden zahlen einen Grundbetrag dafür, dass die Landwirte die Technik und ihre Arbeitszeit bereithalten. Die tatsächliche Arbeit wird dann zusätzlich abgerechnet.

„Landwirte gelten als belastbar und flexibel, sie diskutieren nicht, sondern packen an und sind sehr zuverlässig. Deshalb sind sie besonders für diese Aufgaben sehr gefragt“, sagt Hastedt. Er hat festgestellt, dass die Zahl der Wettbewerber zurückgeht, die Nachfrage beim Maschinenring daher steigt. „Einige kleinere Unternehmen haben diesen Betriebszweig wieder aufgegeben. Sie waren zu billig oder nicht zuverlässig. Die geforderte Flexibilität und mangelnde Planbarkeit ist für kleine Betriebe eine riesige Herausforderung, zumal die Anforderungen der Kunden steigen“, meint der Maschinenring-Geschäftsführer. Im Süden Niedersachsen vermittelt der Maschinenring Landwirte als Arbeitskräfte an die Autobahnmeistereien. „Wir stellen die Landwirte an. Im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung werden sie in den Winterdienst integriert und halten einem zugeteilten Abschnitt der A7 frei. Das klappt nur in Wohnortnähe, da die Mitarbeiter in Rufbereitschaft innerhalb von 30 Minuten am Arbeitsplatz sein müssen“, erklärt Hastedt. Auf die Autobahn fahren die Landwirte natürlich nicht mit dem Trecker, sondern mit den Räumfahrzeugen der Autobahnmeistereien. Einige arbeiten von November bis März ganztägig im Rahmen einer normalen Arbeitswoche an der A7. Ist der Winterdienst nicht erforderlich, übernehmen sie den Grünschnitt, Reinigungsarbeiten oder die Absicherung von Unfallstellen.  (LPD 92/2016)

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