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Die Vielfalt des Studiengangs lockt

28. November 2016

Foto: landpixel

L P D - Landwirtschaft und Gartenbau wurden im aktuellen Wintersemester von Studienanfängern häufiger ausgewählt, schreibt der Landvolk-Pressedienst. In Göttingen wurde für den Bachelorstudiengang Agrarwissenschaften jetzt ein Numerus Clausus (NC) eingeführt, da die Zahl der Studienbewerber in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen ist. „Viele Seminare hatten inzwischen wegen der hohen Teilnehmerzahlen bereits eher den Charakter einer Vorlesung“, erklärt Christian Ahl diesen Schritt. Damit die Studenten optimal betreut und ausgebildet werden können, müsse die Anzahl reduziert werden, sagt der Studienkoordinator der agrarwissenschaftlichen Fakultät in Göttingen. Andernfalls leide die Qualität des Studiums und auch der gute Ruf der Fakultät. Zum aktuellen Wintersemester ist die Zahl der Einschreibungen wegen des NC daher von 415 auf 256 deutlich zurückgegangen. Zuvor gab es ein stetiges Plus, 1998 waren es erst 128 Immatrikulationen.

Die Beliebtheit der Agrarwissenschaften führt Ahl auf die Vielfalt des Studiengangs und das Interesse an der Herkunft der Nahrungsmittel, an der Umwelt und am Tierschutz zurück. Aber es gibt weitere Gründe: „Einige kommen zu uns, weil sie in der Veterinärmedizin nicht untergekommen sind, aber etwa zwei Drittel unserer Absolventen sind auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen, viele wollen ihn auch weiterführen. Dafür wollen sie möglichst gut gewappnet sein, einerseits um den Betrieb in wirtschaftlich schwierigen Zeiten voranzubringen, andererseits um dem Druck von außen Stand zu halten“, sagt Ahl. Zudem seien die Absolventen auf dem Arbeitsmarkt gefragt, und die Bewerbungszeiten vergleichsweise niedrig. Die Hochschule Osnabrück bietet ebenfalls den Studiengang Agrarwissenschaften an, 1.865 Studierende verzeichnet die Fakultät aktuell, Tendenz steigend. Die Hürde durch den NC für den Bachelor-Studiengang hat die Hochschule allerdings schon vor Jahren eingeführt. Neben der Landwirtschaft genießt der Gartenbau mit dem Studiengang Hortibusiness in Osnabrück einen besonders guten Ruf.

Der Anteil der Akademiker unter den selbständigen Landwirten liegt inzwischen bei über zehn Prozent. Nach der aktuellen Statista-Berechnung für das Wintersemester 2015/16 ist die Zahl der Studierenden im Bereich Agrarwissenschaften in Deutschland erneut um 1,92 Prozent auf 17.670 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Im Wintersemester 2000/01, waren es mit 8.817 Studierenden halb so viele wie aktuell. Im Fach Agrarökonomie beträgt der Zuwachs auf 1.806 Studenten sogar 4,39 Prozent. (LPD 92/2016)

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