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Viele junge Menschen möchten Landwirt werden

17. November 2016


L P D - In Niedersachsen werden derzeit 2.095 junge Menschen zum Landwirt oder zur Landwirtin ausgebildet. Diese Zahl ist in der jüngsten Vergangenheit mit jedem Ausbildungsjahr gestiegen, 2011 waren es noch 1.744 Auszubildende, 2003 nur 1.197. Die Rahmenbedingungen für die Absolventen werden nicht unbedingt leichter, aber die Berufsaussichten für erfolgreiche Absolventen sind nach Meldung des Landvolk-Pressedienstes gut. Und die Arbeit in der Landwirtschaft, vor allem mit der modernen Technik, zieht die jungen Leute an. Es sind nicht mehr nur die zukünftigen Betriebsleiter, die die Ausbildung absolvieren, um den elterlichen Hof zu übernehmen. Landwirtschaftliche Betriebe werden größer, spezialisierter, hier sind gute und zuverlässige Mitarbeiter gefragt, in der Tierhaltung ebenso wie im Ackerbau und der Grünlandbewirtschaftung.

Dabei ist die dreijährige, duale Ausbildung ein erster Schritt. Hilfreich ist es, ein Praktikum und im besten Fall auch den Treckerführerschein vorab zu absolvieren. Der Abschlussprüfung schließen sich im Berufsleben regelmäßige Fortbildungen an, im Pflanzenschutz, in moderner Stall- und Maschinentechnik, im Umgang mit Tieren oder auch im, Bereich der Betriebsführung. Viele Arbeiten werden durch Technik erleichtert, aber die jungen Männer und Frauen, die ein Berufsleben in der Landwirtschaft anstreben, sollten körperliche Fitness und Durchhaltevermögen sowie Teamfähigkeit und Flexibilität mitbringen. Diese Eigenschaften werden in allen zwölf „Grünen Berufen“ vorausgesetzt: Fachkraft Agrarservice, Hauswirtschaft, Gartenbau, Pferde-, Tier-, Fisch- oder Forstwirtschaft gehören ebenso dazu wie Revierjäger und Pflanzentechnologie und die milchwirtschaftlichen Berufe. Auch diese Berufsfelder erfreuen sich konstanter Beliebtheit.

Gut vertraut mit den Ansichten junger Bewerber und den Ansprüchen der ausbildenden Betriebsleiter ist Richard Didam. Der Fachreferent für Aus- und Fortbildung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist überzeugt: „Wer einen Beruf toll und interessant findet, der sollte ihn auch erlernen, auch wenn die Familien manchmal erst überzeugt werden müssen“, sagt Didam. Für die kommenden Jahre befürchtet er, dass die Ausbildungszahlen in den grünen Berufen rückläufig sein werden. „Der demographische Wandel, den andere Bundesländer längst erleben, wird sich auch in Niedersachsen zeigen. Die wirtschaftlich angespannte Lage in der Landwirtschaft schrecke Bewerber ab, aber auch ausbildende Betriebe könnten zurückhaltender werden,“ prognostiziert der Berater. Der erste Ausbildungsjahrgang sei bereits kleiner als der vorherige, sagt Didam. (LPD 89/2016)

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