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Dialogbereitschaft beim Moorschutz nur vorgetäuscht

17. Juli 2014

L P D – Das heute auf einem Symposium in Hannover vorgestellte Landesprogramm "Niedersächsische Moorlandschaften" gefährdet die Existenzfähigkeit von Hunderten von  Milchviehbetrieben und verschärft die Flächenknappheit in den Grünlandregionen. Das ist die Einschätzung des Landvolk Niedersachsen zu den geplanten Vorranggebieten für Torferhaltung und Moorentwicklung und zu den beabsichtigten Flächenankäufen in diesen Regionen, die bis zu 100.000 Hektar an landwirtschaftlichen Nutzflächen einschließlich von bereits bestehenden Hofstellen betreffen. „Das Landwirtschaftsministerium hat auf dem Symposium eingeräumt, dass bei der Gebietsabgrenzung und den Folgen der Vorranggebiete keine Rücksicht auf  die Entwicklungsperspektiven von Hofstellen genommen werden soll, die  außerhalb geschlossener Siedlungsbereiche im Moor liegen. Bevor der versprochene Dialog von der Regierung überhaupt begonnen wurde, ist die Diskussion über praxisgerechte, existenzwahrende Möglichkeiten einer klimaschonenden Landwirtschaft in Moorgebieten schon nicht mehr ergebnisoffen", kritisiert  Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Landvolkes in der Wesermarsch, die Pläne. Die Unterschutzstellung der überwiegend zur Milchviehhaltung genutzten Moorböden über Landesraumordnung, Landschaftsrahmenpläne und regionale Raumordnung mache die versprochene Kooperation mit der Landwirtschaft zur Makulatur. Das Landvolk sieht darin eine versteckte Strategie, auch gegen den Widerstand der Eigentümer und Bewirtschafter die Kultivierung der niedersächsischen Moorgebiete rückgängig machen zu wollen und die Grundlage für eine Wiedervernässung der Nutzflächen zu legen. Ein betroffener Landwirt drückte sich in Hannover sehr deutlich aus und forderte die Behördenvertreter auf, den betroffenen  Bauern sofort von jeglichen Investitionen abzuraten, da diese mit den Planungen wertlos würden. Für Bauernhöfe in Einzellage fordert das Landvolk von der Landesregierung eine Gleichbehandlung mit Siedlungsbereichen, die großräumig aus den geplanten Vorranggebieten auszunehmen seien.

Auf einem Hektar Moorgrünland ernten Milchviehbetriebe heute über 10 Tonnen Trockensubstanz pro Jahr als  hochwertiges Heu und Grassilage als Futtermittel für die Milcherzeugung. Bei einer Wiedervernässung von einem Hektar Moorboden können nach Angaben von Fachleuten im besten Fall 1,8 Tonnen Torfmoos als potenzieller Torfersatzstoff für Blumenerde gewonnen werden. 

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