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Hilse wünscht sich ergebnisoffene Folgenabschätzung

04. Dezember 2014

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L P D - Unsere landwirtschaftlichen Betriebe bleiben in Bewegung: Wir wollen unsere Höfe entwickeln, nur mit einer modernen Landwirtschaft können wir mehr für Tierwohl und Umweltschutz tun und gleichzeitig den Verbraucherschutz weiter verbessern. Dazu brauchen wir die Akzeptanz in der Gesellschaft gleichermaßen wie die Unterstützung der Politik, warb Landvolkpräsident Werner Hilse für ein neues Landwirtschaftsbild. Auf der Mitgliederversammlung des Verbandes in Hannover sagte er: „Auf unseren Höfen arbeiten Menschen mit viel Fachwissen und hoher Kompetenz. Sie nutzen zugleich moderne Technik, für mehr Präzision und Zeitersparnis, um die gewonnen Zeit für zusätzliche Kontrolle und Überwachung im Stall und auf dem Acker nutzen zu können“.

 

Er verwahrte sich vor rund 300 Mitgliedern und Gästen gegen überzogene und ungerechtfertigte Pauschalkritik, wie sie in der jüngsten Vergangenheit sowohl in öffentlichen Diskussionen als auch von Politikern gelegentlich zu hören war. Er forderte vielmehr fachlich-wissenschaftlich fundierte Entscheidungen der Politik. Die 40.000 Landwirte im Land hätten ein Recht auf eine ergebnisoffene Folgenabschätzung, bevor sie mit weiteren Vorschriften und Vorgaben konfrontiert würden. In diesem Zusammenhang sprach der Landvolkpräsident mit Blick auf die jüngste Reform der EU-Agrarpolitik von einem viel zu großen Maß an Bürokratie, er vermisse mutige und fachliche Akzente in der Europäischen, der Bundes- und Landesagrarpolitik und wünschte sich auf Landesebene einen sensibleren Blick für die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit.

Zugleich zeigte sich Hilse erfreut darüber, dass Landwirtschaftsminister Christian Meyer sich in jüngster Vergangenheit deutlich auf die reale Landwirtschaft zu bewegt habe. So habe er auf die heftige Kritik an den ersten Vorschlägen zum Landesraumordnungsprogramm reagiert und einen neuen Entwurf angekündigt. Ein verlängerter Anhörungstermin und das Angebot zusätzlicher Erörterungstermine wertete der Landvolkpräsident ebenfalls als einen neuen Ansatz zu mehr Dialog. Den bietet der Verband weiterhin in der Nährstoffdiskussion an. Hier seien keine weiteren Bürokratiemonster wie ein Düngekataster notwendig. Hilse erneuerte sein Angebot, die Auswertung bereits vorhandener Daten zu ermöglichen, um den Landwirten weitere Meldeverpflichtungen zu ersparen. Und schließlich registrierte Hilse bei der Umsetzung des Tierschutzplanes eine „Wende von der Wende“. Danach habe der Minister selbst angekündigt, ohne wissenschaftliche Expertise keine verbindlichen Vorgaben machen zu wollen, wenn damit eine Verschlechterung des Tierwohls im Vergleich zum Status Quo zu erwarten sei. Außerdem dürfe die Wettbewerbsfähigkeit der niedersächsischen Landwirtschaft nicht gefährdet werden.

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