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Martinsgänse kommen aus der Region

23. Oktober 2014

L P D - Sie gilt als widerstandsfähig, fruchtbar, genügsam und schmeckt lecker – und doch war die Diepholzer Gans Ende der 1980er Jahre fast von den Höfen verschwunden. Seitdem ist sie als bedrohte Nutztierrasse anerkannt, um deren Erhalt sich der Herdbuch Verein Diepholzer Gans kümmert. Wie der Landvolk-Pressedienst schreibt, werden nur Tiere in das Zuchtbuch aufgenommen, die die typischen Merkmale dieser Weidegans aufweisen. Mittlerweile gehören dem Herdbuch Verein Diepholzer Gans 60 Mitglieder an, von denen ein Drittel eine aktive Herdbuchzucht betreibt. „Wir wünschen uns aber noch mehr aktive Mitglieder“, sagt Angelika Fortwengel, die den Verein für die Landwirtschaftskammer Niedersachsen betreut. Sie begleitet die Fachleute, die jedes Jahr im Herbst als Körkommission des Vereins die Züchter besuchen und die einjährigen Tiere begutachteen. Stolz präsentieren die Züchter ihre Bestände. Tiere, die die gewünschten Merkmale und die altersgemäße Entwicklung aufwiesen, werden gekört und in das Herdbuch aufgenommen. „Das ist für die Züchter attraktiv“, erläutert Angelika Fortwengel, denn der Eintrag im Herdbuch ist nicht nur für die Zulassung zur Zucht, sondern auch für den Erhalt von Fördergeldern wichtig.

Für die Zucht weniger interessante Tiere können zu Martini und Weihnachten als Festtags-braten vermarktet werden. „Die Gans ist als regionale Spezialität sehr beliebt“, sagt der Vorsitzende des Herdbuchvereins, Horst Johanning. Echte Feinschmecker schwören auf die Qualität des zarten Fleisches. Die Tiere bringen zwischen vier und sechs Kilo auf die Waage und eignen sich damit hervorragend als Festtagsbraten für die ganze Familie. Die Martinsgänse läuten am 11. November nach alter Kirchentradition die vorweihnachtliche Fastenzeit ein. Zudem waren an dem Tag früher Pachtzahlungen fällig, die häufig in Form von Naturalien entrichtet wurden. Heute beginnt in der Gastronomie mit dem Martinstag am 11. November die Zeit der Gänseessen für Familien, Vereine oder Betriebsweihnachtsfeiern. Wer selbst Diepholzer Gänse halten möchte, kann sich auf der Homepage des Herdbuch Vereins Diepholzer Gans www.diepholzer-gans.de informieren. Dort sind auch Bezugsquellen für die Martinsgans oder den Weihnachtsbraten zu finden. (LPD 83/2014)

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