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Landwirtin - Vom Kindheitstraum zum Beruf

16. Oktober 2014

L P D - Ein typischer Frauenberuf ist es nicht. Dennoch streben immer mehr junge Frauen den Beruf der Landwirtin an. Victoria Kohne ist eine davon. Die Achtzehnjährige befindet sich derzeit im zweiten Lehrjahr zur Landwirtin auf dem Betrieb von Familie Eilers in Lengerich. „Ich konnte mir nie etwas anderes vorstellen“, sagt sie. Schon als Schülerin absolvierte sie freiwillige Praktika auf Bauernhöfen. Nach der Schule setzte die selbstbewusste junge Frau ihren Kindheitstraum in die Tat um. Auf dem Familienbetrieb Eilers in Lengerich lernt die Auszubildende nun alles über die Haltung, Fütterung und Aufzucht von Sauen, Ferkeln und Hähnchen. Gerade der Umgang mit Tieren macht für sie den Reiz aus. Dass sie dafür ein besonderes Händchen hat, bestätigt Alfons Eilers. Er hatte keine Vorurteile, eine weibliche Auszubildende anzustellen: „Die Mädels stehen ihren männlichen Kollegen in nichts nach, egal ob beim Trecker fahren oder Tiere versorgen“, betont der Betriebsleiter. Zumal moderne Technik die früher körperlich oft anstrengende Arbeit enorm erleichtere.

Auch das Victoria nicht von einem Bauernhof stammt und ihre Eltern keine Landwirte sind, stellt weder für sie noch für ihren Ausbilder ein Problem dar. Für Alfons Eilers ist allein die Liebe zur Landwirtschaft wichtig: „Wenn jemand Lust dazu hat, ist es egal, ob er männlich oder weiblich ist oder vom Hof kommt.“ Im Gegenteil, manchmal sei es sogar ein Vorteil, wenn der Auszubildende noch keine Vorkenntnisse hat. „Ich kann dem Azubi alles neu beibringen“, erklärt der Landwirtschaftsmeister. Was Victoria an ihrem Beruf am besten gefällt? „Landwirtschaft ist vielfältig und abwechslungsreich. Ich kann selbstständig arbeiten und mir meinen Tagesablauf einteilen“, erläutert die Auszubildende. Zudem schätzt sie das Familienleben auf dem Hof. Drei Generationen wohnen bei Eilers unter einem Dach. Für die Lehrzeit hat auch Victoria ein Zimmer bezogen. Für Ehefrau Beate Eilers ist dieser Familienanschluss besonders wichtig. „Wir arbeiten alle eng zusammen, damit dies funktioniert, integrieren wir unsere Azubis fest in die Familie“, sagt sie.

Ob Victoria nach ihrer Ausbildung in die praktische Landwirtschaft einsteigen oder im vor- und nachgelagerten Bereich tätig werden will, weiß sie noch nicht. Auch ein Agrarstudium ist eine Alternative. „Mir ist vor allem wichtig, dass mein Job Spaß macht“, sagt sie. Dass die Junglandwirtin positiv in die Zukunft blicken kann, bestätigt Paul Schulte, zuständig für die Berufsausbildung bei der Landwirtschaftskammer Emsland. Die Berufschancen seien durchweg positiv. „Noch sind die weiblichen Azubis in der Minderheit, aber die Tendenz steigt langsam an“, erläutert Schulte. (LPD 81/2014)

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