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Nachhaltigkeit bietet viele Facetten

09. Oktober 2014

L P D - Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) will mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen. Sie hat eine Studie zu Nachhaltigkeit und Verantwortung in der Milchviehhaltung in Auftrag gegeben und möchte dieses breite Themenfeld in der Öffentlichkeit diskutieren, wie Vorsitzender Jan Heusmann sagte. Er stellte einige Ergebnisse jetzt vor Journalisten vor und war besonders erfreut über die Tatsache, dass Milchviehbetriebe in Niedersachsen durchweg in bäuerlicher Hand sind. Die Kühe leben zu mehr als 90 Prozent im Boxenlaufstall mit viel Kuhkomfort und haben Zugang zur Weide. Drei von vier Arbeitskräften gehören ebenfalls zur Familie des Betriebsleiters, allerdings ist deren zeitliche Beanspruchung relativ hoch. Nur gut jede dritte Familienarbeitskraft hat in der Woche einen freien Tag, Urlaub gab es nur für 60 Prozent der Arbeitskräfte, mit elf Tagen fiel die Auszeit recht kurz aus. Die zeitliche Anspannung für die einzelne Arbeitskraft nimmt mit steigender Tierzahl ab, weil sich die Arbeit besser unter den Mitarbeitern organisieren lässt. Trotzdem sind die Milchviehhalter recht optimistisch, jeder Zweite blickt zuversichtlich in die Zukunft, jeder Vierte hat nur leichte Zweifel, lediglich zwölf Prozent sehen für sich keine Perspektiven.

Die LVN hat mit dem Thünen-Institut für Betriebswirtschaft in Braunschweig 750 Milchviehhaltern einen umfangreichen Fragenkatalog zu ökologischen, tierethischen, sozialen und ökonomischen Aspekten der Milchviehhaltung vorgelegt. Wichtig ist Prof. Dr. Hiltrud Nieberg als wissenschaftlicher Begleitung sowie Jan Heusmann von der LVN die Tatsache, dass kein statisches Ergebnis vorgelegt werden sollte. „Wir verstehen die Nachhaltigkeitsdiskussion als Such-, Lern- und Entscheidungsprozess im Ringen um Inhalte, Wege und Lösungen“. Hier will die LVN den Landwirten Beratung anbieten und noch bestehende Defizite aufarbeiten. Heusmann zählte dazu unter anderem die Antibiotikaminimierung oder eine noch stärkere bodennahe Einarbeitung der Gülle. Großes Lob zollte er den Landwirten jedoch für ihr großes ehrenamtliches Engagement sowie die Rücksichtnahme auf Natur, beispielsweise wird zehn Prozent des Dauergrünlandes extensiv bewirtschaftet. Alle Ergebnisse hat die LVN in einer ansprechenden Broschüre aufbereiten lassen, sie kann unter lv.nds@milchwirtschaft.de bestellt werden. (LPD 79/2014)

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