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Landwirte schicken ihr Grünland vital in den Winter

09. Oktober 2014

L P D - Das nächste Frühjahr will bereits gut vorbereitet sein. Insbesondere dem Grünland hilft eine optimale Überwinterung, um kraftvoll in ein neues Jahr zu starten. Wie der Landvolk-Pressedienst schreibt, sorgen die Landwirte im Herbst für eine kurze Grasnarbe, um deren gute Qualität zu erhalten und die Gefahr der Auswinterung zu verringern. Es geht bei der letzten Nutzung des Jahres neben der Ernte des Grases auch um einen Pflegeschnitt. Die Kunst besteht darin, die Grashalme auf eine Länge zwischen fünf und sieben Zentimeter zu kürzen. „Ansonsten kann in langen Frostperioden sehr viel Blattmasse absterben und dadurch die darunterliegende Grasnarbe ersticken“, erläutert Felicitas Kaemena von der Feldversuchsstation für Grünlandwirtschaft und Rinderhaltung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Gleichzeitig bilde das abgestorbene Pflanzenmaterial ein optimales Nährmedium für Pilzkrankheiten wie Fusarien und Schneeschimmelerreger. „Im Rahmen der Bekämpfung von tierischen Schädlingen wie Wühlmäusen und Tipula-Larven stellt eine kurz gehaltene Grünlandnarbe vor dem Winter eine lohnende Pflegemaßnahme dar“, empfiehlt Kaemena. Die bereits jetzt nicht mehr genutzten Bestände würden deshalb von den Landwirten gemulcht oder abgemäht, damit sie in einem gleichmäßigen Entwicklungsstand in den Winter gehen. Ebenso wie Trittschäden führen Fahrspuren jedoch zu Unebenheiten auf dem Grünland und damit zu einer Verschlechterung bei der Flächenbewirtschaftung. Hier gehen die Bauern einen Kompromiss zwischen Mahd und Verschlechterung des Bodenzustandes ein und stimmen die Wahl des Schnitttermins mit den Gegebenheiten auf der Fläche ab.

Das Gras darf jedoch auch nicht zu kurz in den Winter gehen, sonst fehlen im Frühjahr wertvolle Reservestoffe. Besonders Pferdehaltende Betriebe haben oft das Problem, dass die Weideflächen durch den tiefen Verbiss stark strapaziert werden. Auf diesen Weiden findet zum Beispiel das Jakobskreuzkraut optimale Vermehrungsbedingungen. Dieses giftige Kraut sollte mit Handschuhen komplett ausgerissen werden. Ist bei flächenhaftem Auftreten ein Ausstechen nicht mehr möglich, kann das Jakobskreuzkraut mit zweimaliger Schnittnutzung direkt vor der Blüte zurückgedrängt werden. Dieses Vorgehen ist auch an Straßenböschungen erfolgreich. Da das Gras nicht verfüttert werden darf, ist der Erhalt einer dichten Grünlandnarbe ohne Fehlstellen die beste Vorbeugung. Findet der Samen keinen offenen Boden, kann er erst gar nicht keimen. (LPD 79/2014)

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