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Mehr heimisches Getreide im Futtertrog

22. September 2014

L P D – Weizen wird zu Brot, Gerste zu Bier – für einen kleinen Teil der Ernte mag das stimmen, der weitaus größere Teil der niedersächsischen Ernte wird jedoch an Tiere verfüttert. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, ist die Verfütterung für den Getreideverkauf deutlich wichtiger als die Vermahlung, dieses gelte zunehmend auch für den Weizen. Um den Rohstoff für Brot, Brötchen und Kuchen herzustellen, vermahlten 17 Mühlen im Wirtschaftsjahr 2011/12 rund 1,3 Mio. t Getreide. Im gleichen Jahr wurden 5,266 Mio. Tonnen (t) Getreide für die Herstellung von Mischfutter verwendet – der Anteil, den die Landwirte direkt verfüttern, nicht eingerechnet. 103 niedersächsische Mischfutterhersteller produzierten daraus rund 9,927 Mio. t Mischfutter. Im Bundesvergleich rangiert Niedersachsen damit mit Abstand vor Nordrhein-Westfalen mit 3,836 Mio. t und Schleswig-Holstein mit 3,092 Mio. t. In Niedersachsen ist die Getreideverwendung in der Verfütterung seit den Getreidereformen deutlich angestiegen. Wurden 2003 nur 3,7 Mio. t zu Futter verarbeitet, waren es 2011 bereits 5,2 Mio. t. „Getreideersatzstoffe“ wie Maniok oder Maiskleberfutter sind dadurch unbedeutend geworden. Zu 64 Prozent importiert werden müssen jedoch 2,2 Mio. t Eiweißprodukte, wie Sojaextraktionsschrot, einem Nebenprodukt aus der Sojaölherstellung.

Jede Rezeptur wird optimal an den Bedarf der jeweiligen Tierart angepasst. Nach Angaben des Deutschen Raiffeisenverbandes wurden im Wirtschaftsjahr 2012/13 in Deutschland 23,08 Mio. t Mischfutter hergestellt. Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung weisen die Schweine als Hauptkunden der Mischfutterwerke aus. 2013 wurden 9,619 Mio. t Futter in ihre Ställe geliefert. An zweiter Stelle rangieren die Rinder mit 6,435 Mio. t Mastgeflügel folgt mit 4,068 Mio. t und Nutzgeflügel mit einem bundesweiten Futterverbrauch von 2,053 Mio. t. Die wichtigsten Einzelfuttermittel, die verwendet werden, sind die verschiedenen Getreidearten wie Weizen, Gerste und Mais, gefolgt von der Gruppe der Ölkuchen und -schrote aus der Sojaöl- und Rapsölproduktion.

Das Futter markiert die erste Stufe in der Lebensmittelkette und bildet damit die Grundlage für jedes Stück Fleisch, jeden Liter Milch und jedes Ei, das gegessen wird. Die Teilnahme der Futtermittelunternehmen am stufenübergreifenden QS-System ist deshalb nur eine von zahlreichen freiwilligen Maßnahmen. Die Grundlage von QS sind umfangreiche Monitoringpläne, die bestimmte Futtermitteluntersuchungen auf unerwünschte Stoffe wie Dioxine, Schwermetalle oder Pilzgifte vorschreiben. (LPD 74/2014)

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