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Zahl der Milchkühe steigt wieder

18. September 2014

L P D - Als „sehr lebendige Branche“ bezeichnet Landvolk-Vizepräsident Heinz Korte die niedersächsische Milchwirtschaft und verweist auf aktuelle Strukturdaten. Danach gibt es zwar weiter einen leichten Rückgang bei den Milchviehhaltern, auf der Gegenseite aber einen Zuwachs bei den Tierzahlen. Gut 10.000 Landwirte halten aktuell in Niedersachsen Milchvieh, ganz exakte Zahlen lassen sich nach Mitteilung der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen kaum ermitteln, da die Agrarstatistik nicht zwischen Milch- und Mutter- oder Ammenkühen unterscheidet. Im Jahr 2000 gab es im Milchland Niedersachsen noch mehr als 20.100 Bauernhöfe mit Milchvieh, bis 2010 reduzierte sich die Zahl um fast die Hälfte auf 11.800. Seitdem hat sich der Rückgang etwas abgeflacht. Bundesweit gibt es zurzeit 77.000 Milcherzeuger, deren Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel reduziert hat.

Die bislang gute Marktlage für Milch und Milchprodukte, in erster Linie auf internationalen Märkten, hat zu einer Ausweitung der Anlieferungsmenge geführt. Allein in Niedersachsen haben die Milchviehhalter den Verarbeitungsunternehmen seit dem Jahr 2000 fast eine Millionen Tonnen mehr Milch angeliefert, die jährliche Erzeugung stieg bis 2013 von 5,08 auf 5,95 Mio. t. In den Sommermonaten gab die Nachfrage etwas nach und hat die Preise unter Druck gesetzt. Mittlerweile zieht der Inlandsmarkt aber wieder an, gleichwohl wird der Spielraum für weitere Expansionswünsche zurzeit nicht gesehen. „Unter dem Strich aber hat die Liberalisierung der Märkte den Milcherzeugern bislang offensichtlich doch mehr Chancen als Risiken eröffnet“, verdeutlich Korte, selbst Milchviehhalter.

Der Löwenanteil deutscher Milchexporte fließt nach wie vor in EU-Länder. Basis für die steigende Erzeugung sind mehr Milchkühe. Deren Zahl erhöhte sich in Niedersachsen in jüngster Vergangenheit wieder etwas und liegt nun bei 785.700 Tieren, jede fünfte deutsche Milchkuh ist im Milchland Niedersachsen zu Hause. Im statistischen Mittel stehen in jedem niedersächsischen Stall inzwischen mindestens 78 Kühe, bundesweit sind es 56 Tiere, in Bayern dagegen nur 34. Deutlich größer sind die durchschnittlichen Herdengrößen in Brandenburg oder Thüringen mit mehr als 200 Kühen je Hof. (LPD 73/2014)

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