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Landwirte hoffen auf sonnige Tage

01. September 2014

L P D - Heuwetter erwartet zwar kein Landwirt mehr, auf einige sonnige oder zumindest trockene Tage hoffen jedoch vor allem die Bauern, für die nach dem Regen alles auf einmal kommt: Das Getreide muss teilweise noch gedroschen, Stroh eingefahren, Gras gemäht und der Raps gesät werden. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, steht für die Milchviehhalter derzeit der dritte oder vierte Schnitt zur Gewinnung von Grassilage an – je nachdem wie intensiv das Grünland bewirtschaftet wird. Bleibt das Gras zu lange stehen, verliert es seine wertvollen Nährstoffe und wird leicht von Pilzen befallen. Ohnehin erreichen die beiden letzten Schnitte im Jahr eine geringere Qualität, als der in erster Linie für die Milchkühe bestimmte erste Schnitt. Jungrindern oder trockenstehenden Kühen dient das strukturreiche Grünfutter der späteren Schnitte vor allem als Rohfaserlieferant. Im Oktober wird dann ein weiterer Schnitt fällig, auch um das Grünland auf den Winter vorzubereiten. Ansonsten würde das hohe Gras unter der Schneelast eine dicke Matte bilden, durch die im Frühjahr kein Grashalm mehr wächst.

Liegt das Grünland in Hofnähe, lassen die Landwirte ihre Milchkühe tagsüber meist auf die Weiden und holen sie nur zum Melken in den Stall. Auf die weiter entfernt liegenden Weiden wurden im Frühjahr die Jungtiere gebracht, die den gesamten Sommer draußen verbringen und erst im Herbst wieder in den Stall geholt werden. Landwirte, die Rinder und Pferde ihr Eigen nennen, bevorzugen die sogenannte Wechselbeweidung, denn Rinder fressen Gräser, die die Pferde stehen lassen und umgekehrt. Die Kühe reduzieren zudem den Druck an pferdetypischen Parasiten. Ein weiterer Pluspunkt der Wiederkäuer auf der Weide ist ihre Funktion als Fehlwirt für Borrelien. Wie wissenschaftliche Untersuchungen der Charité Berlin belegen, verlieren Zecken diese Erreger, wenn sie Blut von Wiederkäuern saugen. Die Wahrscheinlichkeit, von einer mit Borrelien infizierten Zecke in Kontakt zu kommen, sei auf einer Weide deshalb nur halb so groß wie auf Wiesen ohne Beweidung. (LPD 68/2014)

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