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Jagdgenossen diskutieren über Wildrettung

14. Juli 2014

L P D - Der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (ZJEN) möchte nicht nur Wild schützen, sondern ganz konkret zur Wildrettung bei der Ernte beitragen. Der Termin für die Futterernte auf den Wiesen oder die Ganzpflanzensilage aus grünem Roggen fällt leider in die Brut- und Setzzeit der Wildtiere. Neben den bewährten Empfehlungen zur Wildrettung wie Durchstreifen der Felder am Tag vor der Mahd oder Aufstellen von Fahnen, kommen immer häufiger technische Hilfsmittel zum Einsatz. In einigen Regionen des Landes haben die Landvolkverbände sich mit Jägern, Lohnunternehmern oder Maschinenringen zusammengeschlossen, um diese Technik im praktischen Einsatz zu testen. „Zum Schutz der Kinderstube des Wildes müssen alle Naturnutzer beitragen. Erholungssuchende sollten im Frühjahr und Sommer nicht querfeldein streifen und Hunde in der Brut- und Setzzeit an der Leine führen“, sagt der Präsident des ZJEN, Hans-Heinrich Ehlen.

Eine sehr teure Lösung mit großem Organisationsaufwand ist das Absuchen der Felder mit Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind und damit versteckte Kitze aufspüren können. Der Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden hat eine solche Drohne in Kooperation mit dem Maschinenring und Sponsoren angeschafft. Landvolkvorsitzender Jörn Ehlers schilderte seine Erfahrung: Die Technik kann helfen, allerdings müssen einige Details beachtet werden wie zum Beispiel der Einsatz in den frühen Morgenstunden. Andere Landwirte haben Vergrämungsgeräte getestet und bewerten die ersten Einsätze als „überraschend positiv“. Die Geräte werden am Mähwerk angebracht und verschrecken Kitze durch einen lauten, grellen Piepton. Probleme bereitet der Ton jedoch in Siedlungsnähe, bei Pferden oder Rindern auf benachbarten Weiden und beim Schlepperfahrer, der in der Erntezeit bis zu zwölf Stunden am Tag auf dem Trecker sitzt. Solche technischen Lösungen können durchaus zur Wildrettung beitragen, müssen aber stetig weiterentwickelt werden. Regionale Vorführungen sollen daher den Wissensaustausch fördern.

Im ZJEN sind 2.757 Jagdgenossenschaften und 782 Eigenjagden organisiert. Damit vertritt der Verband die Grundbesitzer von insgesamt 2,15 Mio. Hektar Fläche in Niedersachsen. Den Kontakt zu rund 230.000 land- und forstwirtschaftlichen Grundeigentümern, die bei der Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft zusätzlich Verantwortung übernehmen wollen, hat der Verband vor 17 Jahren zum Anlass genommen, um die Stiftung Kulturlandpflege zu gründen. Die Stiftung fördert freiwillige Naturschutzmaßnahmen zum Erhalt, zur Pflege und zur Entwicklung der historisch gewachsenen Kulturlandschaft, betreut ökologisch wertvolle Flächen und berät bei der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen. Mehr Informationen unter www.stiftungkulturlandpflege.de.

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