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Intelligente Nährstoffkreisläufe sind gefragt

09. Juli 2014

L P D - Im nachhaltigen Anbau von Pflanzen auf den Feldern ist die Tierhaltung nicht weg-zudenken. In Gülle und Mist sind wertvolle Nährstoffe enthalten, die zuvor mit Getreide, Raps, Mais oder Gras von den Feldern abgefahren wurden. In der Landwirtschaft befinden sich nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes die Nährstoffe, die nicht in die menschliche Ernährung fließen, seit jeher in einem nachhaltigen Kreislauf: Von den Feldern in die Ställe und wieder zurück auf die Felder. Während früher jeder Betrieb ein paar Tiere und etwas Ackerbau hatte und die Kreisläufe im Kleinen abliefen, haben sich die Landwirte mittlerweile oftmals auf Betriebszweige spezialisiert, die in ihrer Region besonders vorteilhaft sind. So gibt es in der Börderegion nur noch sehr wenig Tierhaltung, in Regionen mit geringer Bodengüte hat sich hingegen die Tierhaltung stark durchgesetzt. Hinzu kommt in allen Regionen die Verwertung von Pflanzen, Gülle und Mist in Biogasanlagen. Diese Spezialisierung hat dazu geführt, dass Nährstoffkreisläufe zunehmend überregional gedacht werden müssen. Das erfordert neue Herangehensweisen und eine praxistaugliche Umsetzung.

Wissenschaftler, Verbände, Berater und Unternehmen der Landtechnik arbeiten mit den Landwirten stetig daran, diese überregionalen Nährstoffkreisläufe möglichst effizient und nachhaltig zu gestalten. Ganz kompakt zeigte sich das bei einer Tagung zum Thema „Nähr-stoffmanagement von Wirtschaftsdüngern und Gärresten“ in Hannover. Unter Federführung der Universität Göttingen wurde  über den aktuellen Stand der Forschung diskutiert. Dabei zeigte sich, dass das Thema sehr komplex ist und an vielen Stellen innovative Ansätze für eine Steigerung der Nachhaltigkeit zu finden sind. Dazu zählt zum Beispiel die Trennung von festen und flüssigen Bestandteilen von Gülle, um diese transportwürdiger zu machen. Auch der Einsatz von Gülle und Mist aus viehstarken Regionen in Biogasanlagen der Ackerbauregionen ist ein erfolgsversprechender Ansatz, über den Nährstoffe wieder zurückfließen und in den Ackerbauregionen Mineraldünger eingespart werden kann. Eine Studie der Uni Göttingen hat ergeben, dass die Landwirte in den Ackerbauregionen dem grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Um eine breite Umsetzung zu erreichen, muss die Wirtschaftlichkeit jedoch weiter verbessert werden. Zudem müssen die Landwirte aus viehstarken Regionen mit ihren Kollegen im Ackerbau ohne Umwege ins Gespräch kommen. Denn was sich in der Theorie gut anhört, will nach ausreichender Erforschung in der Praxis gut vorbereitet und organisiert sein. Das verdeutlichte der Vortrag von einem Biogasanlagenbetreiber, der den Einsatz von Gülle und Mist in einer Biogasanlage bei Braunschweig durch gute Planung bereits erfolgreich realisiert hat. (LPD 53/2014)

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