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Muschelfischer stehen vor Herausforderungen

23. Juni 2014

L P D - Von vier Kuttern aus werden in Niedersachsen, vergleichsweise extensiv, Miesmuscheln gefischt. Die in der Niedersächsischen Muschelfischer GbR zusammengeschlossenen Fischer bewegen sich in einem stark schwankenden Umfeld von Wetterereignissen, Marktanforderungen, Konkurrenz, rechtlichen Rahmenbedingungen und Großbauwerken. Über dieses Umfeld, die Fänge im vergangenen Jahr, Aussichten für die kommenden Jahre sowie bevorstehende Herausforderungen diskutieren die Muschelfischer nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes am 25. Juli ab 10 Uhr bei ihrem alljährlichen Miesmuschelfest. Politiker, Verbandsvertreter, Berater und Wissenschaftler sind geladen. Die Geschäftsführerin der Niedersächsischen Muschelfischer, Manuela Gubernator, wird den Verlauf der vorherigen Saison skizzieren. Wetterereignisse wie Spätfrost und Orkan „Christian“ haben 2013 große Schäden an den Kulturen verursacht. Zudem standen wenige Muscheln zum Verkauf, da in den Vorjahren kaum Besatzmuscheln gefischt worden waren. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.200 t Muscheln verkauft. Die Preise waren mit 1,56 Euro je kg durchschnittlich, steigerten sich allerdings im August auf bis zu 3,50 Euro je kg. Für 2014 werden ebenfalls nur geringe Verkaufsmengen erwartet.

Die MSC Zertifizierung der Muschelfischerei ist ebenfalls Thema im Rahmen des Festes. Zusammen mit Jaap Holstein vom Consulting-Büro Yerseke wird Manuela Gubernator die bis 2018 zu erfüllenden Auflagen darstellen. Über 100.000 Euro müssen die Fischer in Forschung investieren, um die Zertifizierung sicherzustellen. Ein angemessener Verkauf der Muscheln sei nur mit dem Zertifikat denkbar, sagt Gubernator. Neue Erkenntnisse zu sogenannten Neobiota im Wattenmeer wird Dr. Adriaan Gittenberger, von „Gittenberg Marine Research, Inventory & Strategy Solutions“ aus den Niederlanden, vorstellen. Die Muschelfischer sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, durch die Fischerei nicht-einheimische Arten, wie Algen, Muscheln oder Krebse, einzuschleppen. Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass diese Problematik viel eher in Yachthäfen zu beobachten ist. Ziel der Muschelfischer ist es, innerhalb des Wattenmeeres Muscheln umlagern zu können. In Niedersachsen sind zurzeit durch die zahlreichen Bauaktivitäten wie den Jade-Weser-Port, die Verlegung der Kabel von Offshore-Windparks und zahlreiche Flussvertiefungen, die Muschelkulturen sehr instabil. Eine Umlagerung in andere Regionen des Wattenmeeres auf stabile Kulturen erscheint auch aus ökologischer Sicht sinnvoll. Im Anschluss an die Vortragsveranstaltung nehmen die Muschelfischer ihre Gäste und die Referenten an Bord: Der Muschelkutter „Anna“ aus Norddeich nimmt dann Kurs auf eine Kulturfläche auf der Ems. (LPD 48/2014)

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