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Brunnen speist ehemalige Zuckerteiche in Wierthe

19. Juni 2014

L P D - In Zuckerfabriken wird viel Wasser benötigt. Erst um die Rüben zu waschen, dann um den Zucker aus den Rübenkörpern herauszulösen. Das gebrauchte Wasser wird an-schließend in die sogenannten Zuckerfabrikteiche geleitet. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, haben sich diese über Jahre hinweg zu einem bedeutenden Lebensraum sowohl für Brutvögel als auch für Rastvögel entwickelt. Nach der Schließung einiger Zuckerfabriken ist die Stiftung Kulturlandpflege nun bestrebt, diesen naturschutzfachlichen Wert der Flächen durch entsprechende Maßnahmen zu sichern oder sogar noch zu steigern. Zu diesem Zweck wurden in Wierthe im Landkreis Peine die Teichflächen im Jahr 2008 von der Nordzucker AG auf die Stiftung übertragen.

Obwohl das Wasserhaltevermögen des Teichuntergrundes auf den meisten Flächen relativ hoch ist, war der größte Teich bereits wenige Jahre nach Schließung des Betriebes von der Austrocknung bedroht. Die Stiftung hat sich deshalb Gedanken um einen künstlichen Wasserzufluss gemacht. Sie konnte hier auf gute Erfahrungen mit einer Grundwasserspeisung bei einer ähnlichen Teichlandschaft der ehemaligen Zuckerfabrik in Lehrte in der Region Hannover zurückgreifen. Die Grundwasserförderung in Wierthe erwies sich 2011 leider als problematisch. Der Grundwasserkörper weist einen hohen Eisen- und Mangangehalt auf, die Förderpumpe setzte sich nach wenigen Wochen zu. 2012 fanden an anderer Stelle neue Bohrungen statt. Dort wurde ein neuer Versuchsbrunnen angelegt. 2013 schließlich wurde ein Förderbrunnen eingerichtet und eine Grundwasserpumpe in Betrieb genommen. Sie funktionieren seitdem störungsfrei.

Die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung hat die Anlage des Brunnens finanziell gefördert. Die Gemeinde Vechelde unterstützt die Stiftung Kulturlandpflege bei der Betreuung der Teiche. Gleiches gilt für die Wierther Jäger, die die Wege freihalten. Prof. Ulrich Reimers, Naturschutzbeauftragter der Gemeinde Vechelde, beobachtet und dokumentiert die interessante Vogelwelt seit vielen Jahren. Weitergehenden Freizeitaktivitäten auf dem Teichgelände will die Stiftung nicht den Weg ebnen, allerdings soll die Vogelbeobachtung durch Besucher möglich sein. (LPD 47/2014)

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