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Mehr Bürokratie für den Umweltschutz

27. März 2015

Greening als neue Komponente der aktuellen Agrarreform

„Kompliziert, teuer, zu bürokratisch“, so betitelt unser Landvolk-Vorsitzender Hartmut Danne im Gespräch mit der HNA Northeim vom 23.03.2015 die neue Agrarreform. Vor allem durch die neue Komponente „Greening“ werden die Landwirte vor neue Herausforderungen gestellt. Die gesamte Agrarumweltprämie wird dem Landwirt unter anderem nur bei Erfüllung von ökologischer Vorrangfläche (öVF) auf 5 % des Ackerlandes ausgezahlt.

Die ökologische Vorrangfläche kann zum Beispiel mit Flächenstilllegung, dem Anbau von stickstoffbindenden Pflanzen oder Zwischenfrüchten, Landschaftselementen und Feldrandstreifen wahlweise in Verbindung mit Agrarumweltmaßnahmen (AUM) erfüllt werden. Hierbei ist zu beachten, dass bei den verschiedenen Maßnahmen unterschiedliche Gewichtungsfaktoren für die Berechnung der öVF berücksichtigt werden müssen. Unsere Landwirte stehen vor der Aufgabe, die für ihren Betrieb wirtschaftlichste Variante auszuwählen. Landwirt Manfred Voß aus Northeim möchte das Greening mit Blühstreifen aus dem umfangreichen AUM Programm erfüllen, in der Hoffnung, dass rechtzeitig eine geeignete Blühstreifenmischung mit zugelassenen Arten zur Verfügung steht. Viele Auflagen, Vorgaben zu einzelnen Arten und dem Mischungsverhältnis müssen eingehalten und sorgfältig dokumentiert werden. Bei zunehmenden bürokratischen Aufwand für den Agrarantrag bleibt die Abgabefrist zum 15. Mai bestehen.

Im letzten Wirtschaftsjahr unterlag die aktuelle Agrarreform immer neuen Änderungen und Anpassungen. Die Anbauplanung erfolgte bereits im Herbst vor Fertigstellung der Agrarreform, sodass die Einhaltung der Auflagen im ersten Antragsjahr schwierig erscheint.

Weiterhin kann sich die technische Umsetzung des Greenings als Problem darstellen. Die Aussaat von Zwischenfrüchten muss in Mischkultur mit min. zwei Arten erfolgen. Durch unterschiedliche Größen der verschiedenen Samenkörner ist die richtige Einstellung der Drillmaschine schwierig. Außerdem kann der Pflanzenaufgang aufgrund unterschiedlicher Anforderungen der einzelnen Kulturen ungleichmäßig sein, so dass bei späteren Kontrollen der Behörden ein falsches Mischverhältnis der Mischungen und somit eine Nichteinhaltung der Auflagen festgestellt wird.

Nach einem Bericht aus der HNA Northeim vom 23.03.2015.


Kurz und knapp: Die Kernpunkte der neuen Agrarreform

Anstelle der bisherigen Betriebsprämie gibt es vier Prämienelemente im Rahmen der EU-Direktzahlungen:

  • Basisprämie
  • Greeningprämie
    • Anbaudiversifizierung (2 o. 3 Kulturen vom 1. Juni bis 15. Juli)
    • Dauergrünlanderhalt
    • Ökologische Vorrangflächen (5 % der Ackerfläche)
  • Umverteilungsprämie
  • Junglandwirteprämie
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