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"Paradisische Zustände ohne unsere Landwirtschaft?"

20. Februar 2012

H.J. Bolte und C. Große Macke

„Ich bin dann mal weg“, zitierte Clemens große Macke, Abgeordneter des niedersächsischen Landtages Hape Kerkeling. “Top Qualität zu niedrigsten Preisen, kontinuierlich verbesserter Tier-, Umwelt- und Naturschutz, Gesetze, Verordnungen und Auflagen, so lauten die Anforderungen an die heutige Landwirtschaft. Und während die Landwirte diesen Ansprüchen und Vorschriften tagtäglich Rechnung tragen, wettern Verbraucher gegen die moderne Wirtschaftsweise. Ihre Philosophie lautet: Die Anforderungen von morgen mit den Methoden von gestern bewerkstelligen“, ist sich große Macke sicher. Eine Landwirtschaft wie aus dem Kinderbuch, ein Mythos eben. Da wäre es doch wenig verwunderlich wenn es dann von Seiten der Landwirte heißt: „Ich bin dann mal weg, ich habe keine Lust mehr“. Eine durchaus interessante Vorstellung, wenn man sich das Osnabrücker Land ohne unsere Landwirtschaft vorstellt. Keine Geruchsimmissionen, keine großen Mastställe, die Natur dürfte sich selbst überlassen sein. Herrliche Zustände?
Die rund 200 anwesenden Mitglieder der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Kreislandvolkverbandes Melle am 14. Februar, sowie die zahlreichen Vertreter aus Wirtschaft und Politik kennen die Antwort auf die Frage längst. Unzählige Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel; das ungepflegte Landschaftsbild würde nicht zur Attraktivität der Region beitragen, von der fehlenden Wertschöpfung ganz zu schweigen. Dennoch forderten viele Verbraucher einen Systemwechsel in der Landwirtschaft. „Obwohl es keine allgemeingültige Definition der Begriffe „Massentierhaltung“ und „Agrarindustrie“ gibt, werden diese in jüngster Zeit gerne genutzt, um der modernen Landwirtschaft Paroli zu bieten“, beschreibt Hermann-Josef Bolte, Vorsitzender des Meller Kreisverbandes. Besonders im Bezug auf Stallbaugenehmigungsverfahren habe die „Dagen-Politik“ Einzelner massive Folgen für das Entwicklungspotential landwirtschaftlicher Betriebe. Zwar sei die persönliche Unsicherheit mancher Mitbürger in gewissen Zügen nachvollziehbar, so helfe eine Schwarz-Weiß-Darstellung jedoch niemand weiter. Eine offene und unvoreingenommene Diskussion ist nach Einschätzungen von Hermann-Josef Bolte der einzig richtige Weg. „Vielleicht gelingt es uns dem Verbraucher klarzumachen, warum unsere Betriebe wachsen. Der Verbraucher fordert günstige Nahrungsmittel, sein Portemonnaie entscheidet jedoch und so kehrt sich die Verbrauchermeinung an der Ladentheke oftmals um, ein indirektes Votum der Konsumenten für die moderne landwirtschaftliche Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel“, findet Bolte.
Von der großen Bandbreites des Angebotes der Landvolk-Geschäftsstelle Melle waren die Mitglieder nach dem Bericht des Geschäftsführer Heinrich Kinnius wieder einmal überzeugt. „Wir verfügen über gut ausgebildete Mitarbeiter, die in einem freundschaftlichen Verhältnis zusammenarbeiten. Ich bin mir sicher, dass wir auch im Jahr 2012 für unsere Landwirte und Mitglieder eine gute und kompetente Beratung vor Ort anbieten können“, berichtete Heinrich Kinnius mit gewissen Stolz.

Bericht von Karina Buller


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