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didacta: Das schiefe Bild von der Landwirtschaft gerade rücken

02. März 2015

Die Unterrichtsmaterialien des Vereins ima waren bei den Lehrkräften wieder sehr gefragt.

Fast 3.000 Exemplare vom Lehrermagazin „lebens.mittel.punkt“ fanden interessierte Abnehmer. Mehr als 400 neue Abonnenten der Zeitschrift konnten gewonnen werden – und nahezu ebenso viele Sammelordner für die didaktisch aufbereiteten Unterrichtsbausteine wurden verteilt. Bereits am letzten Messetag vergriffen waren zahlreiche Unterrichtsposter und Sachinformationen. Besonders nachgefragt waren die neue Broschüre „Lernfeld Brotgetreide“ sowie die „3-Minuten-Info“ zu den sieben Getreidesorten, die sich die Besucher in Produkttüten abfüllen konnten. Bei den Kita-Erzieherinnen fand das neue Lese- und Malbuch „Von der Saat zum Korn“ regen Anklang. Alle 1.500 Exemplare waren bereits am letzten Messetag vergriffen.

Das große Interesse an den i.m.a-Materialien darf über eines nicht hinwegtäuschen: Insgesamt hat der Zuspruch an der didacta am Standort Hannover abgenommen. Waren es beim letzten Mal (2012) noch 80.000 Besucher, die sich für die Angebote von 875 Ausstellern interessierten, so wurden in diesem Jahr nur noch 72.000 Messebesucher gezählt. Die Ausstellerzahl ging auf 750 zurück. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Beteiligung an den anderen beiden Standorten der didacta entwickelt. 2014 kamen 90.000 Besucher zur Bildungsmesse nach Stuttgart. In Köln, Standort der nächsten didacta, waren es 2013 sogar 97.000 Besucher.

Umso erfreulicher kann das Interesse der Messebesucher an den i.m.a-Materialien bewertet werden. „Die große Nachfrage nach unseren Lehr- und Lernmaterialien hat erneut die Defizite bestätigt, die es hinsichtlich landwirtschaftlicher Themen in unserem Schulsystem gibt“, stellte Patrik Simon von der i.m.a-Geschäftsführung zum Ende der didacta fest. „Viele Lehrer suchen gezielt Materialien, die sachlich fundiert und ideologiefrei wesentliche Informationen über die Landwirtschaft vermitteln. Kultusministerien und Schulbuchverlage sollten sich fragen, ob sie diesem Bedarf gerecht werden.“

Simon kritisierte Verlage und andere Medienanbieter, die durch falsche oder fehlende Begriffe und Informationen eine ideologisch geprägte Sicht auf die Landwirtschaft vermitteln und damit in unserer Gesellschaft ein schiefes Weltbild von der Produktion unserer Nahrungsmittel zeichnen. „Moderne Produktionsformen sollten im Kontext ihrer gesellschaftlichen Zusammenhänge betrachtet werden. Häufig finden wir speziell bezüglich der Landwirtschaft in Lehrwerken und Unterrichtmaterialien tendenziöse Gegenüberstellungen von Gut und Böse, richtig und falsch. Gerade Kinder und Jugendliche sollten sachlich korrekt und differenziert informiert werden, um zu mündigen Bürgern heranzuwachsen, die sich ein eigenes Urteil bilden können.“

Offenbar teilen viele Pädagogen diese Ansicht. In zahlreichen Gesprächen mit Referendaren, Fachlehrern und Schulleitern, mit Kita-Erzieherinnen und Experten aus der Erwachsenenbildung auf der didacta wurde deutlich: Der Bedarf an Sachinformation ist größer als das Interesse an politischen Diskursen. „Nur wer Zusammenhänge versteht, kann sich eine eigene Meinung bilden und sachlich diskutieren“, so Patrik Simon. „Das große Interesse an unseren Materialien bestärkt uns in dem Bewusstsein, dass wir die richtigen Angebote schaffen und unseren Auftrag erfüllen.“