Aktuelles aus Land und Forst

Erzeuger für Preistransparenz

02. Februar 2012

Foto: LVN

Milchtreff Unter Milchbauern gab es auf der Grünen Woche in Berlin nur ein Thema: Die Kritik des Bundeskartellamtes an zu viel Transparenz im Milchmarkt. „Wir Bauern teilen diese Kritik nicht“, sagte Jan Heusmann auf dem Nordwestdeutschen Milchtreff. Der Vorsitzende der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) sah in zeitnahen Milchpreisvergleichen vielmehr ein Instrument, „das Druck auf den Kessel bringt und den Wettbewerb erhöht“. Dass dieser funktioniere, lasse sich an den unterschiedlichen Milchpreisen ablesen. Gute Perspektiven sah Heusmann für den nordwestdeutschen Raum, wo die Akteure den Markt bereinigt hätten. Diese Einschätzung unterstützten Rudolf Heidhues als Vorsitzender des Deutschen Milchkontors und Landwirtschaftsminister Gert Lindemann. Ein Verbot zur Veröffentlichung von Milchpreisen käme einem amtlich vorgeschriebenen „Verrat an der Gegenseite“ gleich, verdeutlichte Lindemann und fügte knapp an: „Das Kartellamt irrt“. Genauso vehement verteidigte er die Referenzpreise und stufte sechs Monate alte Daten als wertlos ein.

Die LVN richtet den Milchtreff in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin seit fünf Jahren aus und bietet damit Landwirten, Molkereien, Verbänden und Politik ein Forum zum Meinungsaustausch. Seit zwei Jahren ist aus dem Norddeutschen ein Nordwestdeutscher Milchtreff von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geworden.
Br
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