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"Wir wollen uns nicht verstecken"

29. Juni 2011


Öffentlichkeitsarbeit „Können wir uns mal angucken, wo unsere Milch herkommt?“, diese Frage haben Bernd und Ute Kück oft gehört. Meist wurde dann improvisiert, damit sich Schulklassen und Kindergärten ihren Betrieb ansehen konnten. Damit ist nun Schluss: Im neuen Bauernhofklassenzimmer direkt neben der Molkerei werden keine Kompromisse mehr gemacht.
 Schon seit 1992 vermarktet Kück die Milch seiner 85 Kühe direkt. Mittlerweile werden die rund 1000 Liter Milch pro Tag an 200 Kindergärten und Schulen sowie 700 Privatpersonen geliefert.

Scheune zur Molkerei umgebaut

„Die Menge ist immer weiter gestiegen, sodass die Altgebäude nicht mehr ausreichten“, beschreibt er die Entwicklung seines Betriebes. Eine massive Scheune, die nicht mehr genutzt wurde,  bot sich dagegen geradezu als neues Domizil für eine Molkerei mit Besucherraum an. „Für uns alleine war die Investition aber eine Nummer zu groß“, gesteht Kück.

Bei Heinz Korte, Vorsitzender des Landvolkkreisverbandes Bremervörde stieß er mit seinem Ansinnen dagegen sofort auf offene Ohren. Auf seine Initiative hin wurde der Förderverein BAUernhof ERlebniswelt (BAUER e.V.) gegründet.  Mit Fördermitteln aus den ELER und Profil-Programmen konnte der Verein das Bauernhofklassenzimmer bauen.

„Da haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe erwischt“, fasst Kück zusammen. Der Landvolkkreisverband kann im Rahmen seiner Öffentlichkeitsarbeit einen wirtschaftenden Betrieb präsentieren und Kück hat die Möglichkeit seinen Kunden den Betrieb zeigen.  „Bestehende Kunden werden in ihrer Entscheidung, bei uns Milch zu kaufen, bestätigt andere kommen erst auf die Idee“, bestätigt der Landwirt den betriebswirtschaftlichen Aspekt seiner Aktivitäten. Andererseits ist die gesamte Familie davon überzeugt, „dass das, was wir hier machen, richtig ist.“ Seinen Betrieb zu zeigen und nicht zu verstecken, gehört zu den Philosophien von  Kück. Das Familienleben sollte unter den rund 100 geplanten Besuchen pro Jahr aber auch nicht leiden - das war die Grundvoraussetzung für die Baumaßnahmen.

Professionelle Öffentlichkeitsarbeit

Mit dem Bauernhofklassenzimmer steht die Öffentlichkeitsarbeit nun auf professionellen Beinen. Es wurden Parkplätze angelegt und ein eigener Bereich im Garten für die Kinder geschaffen, drei Betreuungspersonen kümmern sich um die Hofführungen. Deren Löhne werden über die Initiative „Transparenz schaffen“ abgewickelt. „Der Betrieb wird nicht von Hofbesuchen beeinflusst“, nennt Kück eine seiner grundsätzlichen Bedingungen. Manchmal merkt er erst, wenn die Kinder im Kuhstall plötzlich vor ihm stehen, dass heute wieder eine Schulklasse auf dem Hof unterwegs ist.
Wiebke Molsen

www.bauernhofklassenzimmer.de

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