Ostfriesland ist kein weißer Fleck mehr
01. September 2010
Junglandwirte Aus allen Teilen Ostfrieslands beteiligten sich junge Betriebsleiter an der Gründung eines Arbeitskreises Junger Landwirte, vergange Woche wurde ihr Einsatz belohnt. Er freue sich, dass Ostfriesland auf der Karte der Junglandwirte-Arbeitskreise nun kein weißer Fleck mehr sein, sagte Gründungsmitglied Thomas Becker am Eröffnungsabend des Arbeitskreises und begrüßte dazu stolz die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen in Holtrop.
Um Ausführungen zum Thema „Perspektiven junger Landwirte in Niedersachsen" hatte das 17-köpfige Team um Becker die Ministerin gebeten. „Kein leichtes Thema", meinte diese, „aber das wichtigste für den Berufsnachwuchs sei, auch mal eine andere Meinung zu haben als die Eltern und die eigenen Ideen einzubringen." Dazu forderte Grotelüschen die rund 150 anwesenden jungen Ostfriesen auf. „Landwirt ist ein toller Beruf, abwechselungsreich und körperlich und geistig fordernd", zählte die Ernährungswissenschaftlerin die Vorteile auf. Es sei ein großes Glück, wenn junge Landwirte den Betrieb übernehmen und die Tradition fortsetzten.
Grotelüschen ermahnte die jungen Leute jedoch auch, sich die Entscheidung reiflich zu überlegen. „Es führt kein Weg daran vorbei, dass einige Betriebe aufgeben müssen, damit andere wachsen können", sprach sie deutliche Worte. Doch das bedingungslose Wachstum der landwirtschaftlichen Betriebe dürfe auch nicht unkritisch akzeptiert werden. „Wir müssen den Eindruck vermeiden, dass der Wandel ohne Probleme und Risiken passiert", stellte die Ministerin klar. „Diese Gratwanderung ist nur mit Realitätssinn und Menschenverstand zu meistern!"
Aus ihrer persönlichen Situation heraus war der Ministerin das Thema Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiges Anliegen. „Auch Menschen aus dem ländlichen Raum setzen sich nicht mehr mit den landwirtschaftlichen Vorgängen auseinander", bedauerte die Ministerin. „Der Strukturwandel und die Größenordnung der Produktionsanlagen sind mit den allgemeinen Vorstellungen der Bevölkerung nicht mehr vereinbar, aber ich hatte nicht erwartet, dass dieses Thema soviel Brisanz in sich trägt", gestand Grotelüschen ein. Sie fordert die Junglandwirte dazu auf, offensive Imagearbeit für ihren Berufsstand zu betreiben.
Für sie sei es immer erfrischend, auf Menschen zu treffen, die praktische Erfahrungen haben und bereit sind, Ehrenämter zu übernehmen. „Jeder im Saal unter 40 muss sich deshalb auf der Liste der zukünftigen Arbeitskreismitglieder eintragen", motivierte die Ministerin zur aktiven Mitarbeit.
hm