Beihilfen sind unerlässlich
28. Juli 2010
Agrarreform Landwirtschaftliche Familienbetriebe können den immer stärkeren Preisschwankungen nicht standhalten. Wenn diese Form der Landbewirtschaftung erhalten werden soll, dann braucht sie finanzielle Unterstützung. Das ist die Botschaft, die der Präsident der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA), Padraig Walshe, den 600 Delegierten der großen Brüsseler Konferenz zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik mit auf den Weg gegeben hat. Landwirte könnten nicht immer mehr produzieren, wenn ihnen die Beihilfen nach und nach gestrichen würden, erklärte Walshe am Dienstag vergangener Woche auf dem Podium. Der Ire bezeichnete die Beibehaltung der Direktzahlungen unter der Ersten Säule als unerlässlich. Er wies darauf hin, dass sich die Gemeinsame Agrarpolitik seit Beginn der neunziger Jahre gründlich gewandelt habe. Ferner sei die Botschaft der Supermärkte, dass es trotz gleichbleibender Qualität immer noch billiger gehe, falsch. Der zunehmende Preisdruck werde über kurz oder lang zu einer weiteren Intensivierung der Produktion führen.
Walshe fordert Konsistenz in der EU-Politik. Er kritisierte, dass die Generaldirektion Klimaschutz einerseits Beihilfen für Südamerika zum Schutz der Regenwälder anrege, die Europäische Kommission aber gleichzeitig die Freihandelsgespräche mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay wiedereröffnet habe. Die Ausweitung der Agrarproduktion in Lateinamerika durch ein Abkommen der EU mit den Mercosur-Staaten werde Regenwald zerstören, so Walshe. Der Ire bekräftigte den Appell, dass EU-Importe die gleichen Standards erfüllen müssten wie heimische Produkte. Derzeit gelange beispielsweise Ware aus Drittstaaten auf den europäischen Markt, die mit hierzulande seit langem verbotenen Pflanzenschutzmitteln hergestellt worden seien.
Der Präsident der EU-Ausschüsse der ländlichen Genossenschaften (COGECA), Paolo Bruni, ergänzte, die 28 Millionen Arbeitsplätze in der Agrar- und Ernährungswirtschaft dürften nicht gefährdet werden, sonst seien enorme Investitionen bedroht. Bruni forderte Verbesserungen der Arbeitsweise der Märkte, eine stärkere Stellung der Landwirte innerhalb der Lebensmittelkette sowie insbesondere mehr Unterstützung für Erzeugerorganisationen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors zu erhöhen.
AgE