Vorsorge durch Direktzahlungen
28. Juli 2010
Absicherung Die EU-Direktzahlungen will Staatssekretär Dr. Robert Kloos vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Zukunft auch als Teil der betrieblichen Risikovorsorge verankert wissen. „Die Bauern sollen über die Verwendung der Gelder frei entscheiden und nicht in staatlich subventionierte Versicherungssysteme gezwungen werden", sagte er. Das Finanzbudget für Deutschlands Bauern sei gedeckelt, argumentierte er vergangene Woche in Berlin bei einer Veranstaltung vom Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt (VDL). Gelder zur Subventionierung von Versicherungslösungen müssten deshalb zunächst von den Direktzahlungen abgezogen werden, um sie dann im Krisenfall an die Bauern auszuzahlen. „Das wollen wir nicht", sagte Kloos. Zudem seien solche Versicherungen nicht in der Lage, flexibel auf Preisschwankungen an den Märkten zu reagieren. Auch das in Frankreich diskutierte Modell, Geld in einem dafür eingerichteten Plafond anzusammeln und dann im Krisenfall auszuschütten, sei kein guter Vorschlag. Es sei fraglich, ob ein solcher Geldtopf im Krisenfall tatsächlich noch vorhanden sei. „Risikomanagement ist am besten bei den Bauern selbst aufgehoben", betonte Kloos. Zwar stehe er Versicherungslösungen zur Abpufferung witterungsbedingter Ertragsrisiken durchaus aufgeschlossen gegenüber. Er will Mehrgefahrenversicherungen aber nicht im Rahmen eines staatlichen Programms über die Zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik anbieten, sondern dies dem freien Versicherungsmarkt überlassen. Landwirte müssten als Unternehmer selbst entscheiden, sagte er.
AgE