Aktuelles aus Land und Forst

Großer Schulterschluss im Landkreis

09. Dezember 2009

Vorsitzender Adolf Tebel und Geschäftsführerin Kerstin Marschner vom NON-Kreisverband Lüchow-Dannenberg im Gespräch mit Propst Stephan Wichert von Holten (v.l.n.r.).

Bauerntag Eine gelungene Premiere haben die landwirtschaftlichen Organisationen im Landkreis Lüchow-Dannenberg aufgelegt. Landvolk, Maschinenring und Landberatung organisierten gemeinsam einen Bauerntag, der um die 250 Landwirte nach Hitzacker lockte. „Wir wollen noch enger zusammen rücken und uns gemeinsam nach außen präsentieren", begründete Landvolkvorsitzender Adolf Tebel.

nd das ist den Veranstaltern auf jeden Fall gelungen und trug ihnen Anerkennung bei den Ehrengästen aus Politik und Verwaltung ein. Einen Anteil daran hatte auch der motivierende Vortrag von Clemens große Macke, der die Landwirtschaft als Antrieb der Region schilderte. Der CDU-Landtagsabgeordnete spornte an, selbst zu handeln und unternehmerische Qualitäten unter Beweis zu stellen, aber er gab auch zu bedenken, dass „eine Region, in der drei Viertel aller Bauern rote Zahlen schreiben, wirtschaftlich nicht überleben kann".

Im Landkreis Lüchow-Dannenberg zählt die Agrarwirtschaft noch mehr als in anderen Regionen Niedersachsens zur treibenden Kraft. „Wir sind hier der wichtigste Arbeitgeber" verdeutlichte Tebel, der seit knapp einem Jahr an der Spitze des Lüchower Landvolkes steht. Rund 700 Mitglieder zählt der Kreisverband im Bauernverband Nordostniedersachsen, die Meisten davon sind zugleich Mitglied im Maschinenring und bei der Landberatung. Die Zusammenarbeit und der Schulterschluss dieser Organisationen werde in Zukunft noch wichtiger, schilderte Tebel. Gemeinsam wollten die Organisationen im Gespräch bleiben und ihre Zusammenarbeit verstärken.

Allerdings sind die Mitglieder durchaus heterogen aufgestellt. Während auf der Elbmarsch im Norden des Landkreises die Milchviehhalter dominieren, sind es im Süden die Ackerbauern, einige Schweinehalter gibt es ebenfalls und natürlich einen großen Schwerpunkt im Ökolandbau. Ein leidiges Thema blieb in Hitzacker zwar nicht außen vor, es sollte den Tag aber nicht dominieren: Die verspätete Auszahlung der Direktzahlungen an eine Reihe von Betrieben aus der Region. Tebel äußerte Verständnis für die Verärgerung der Betroffenen. Er zitierte aber auch die Zusage des Staatssekretärs im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Friedrich Otto Ripke, wonach ab dem 15. Januar die noch ausstehenden Direktzahlungen angewiesen werden sollen.

Für alle Betriebsleiter boten die ebenfalls gut besuchten Fachforen des Bauerntages am Nachmittag wertvolle Anregungen. Heiko Gabriel von der Landberatung hatte den Schwerpunkt auf Kooperationen in der Landwirtschaft gelegt. Über Betriebshaftpflicht- und Rechtschutzversicherungen informierte Christian Daudert von der Landvolkdienste GmbH. Und wie man Mitarbeiter motiviert und mit Herz und Verstand führt, das erfuhren die Landwirte bei Eckhard Schlamann von der Entra Unternehmensberatung und Landwirt Wilhelm Giere aus Addenstorf. Sie waren auf Einladung des Maschinenringes nach Hitzacker gekommen. Mit einem ebenfalls gut besuchten Bauernball in Dünsche stellten die Bauern in der Region unter Beweis, dass auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einmal Abstand vom Betrieb genommen werden muss.
Red/Br

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