gemeinsam stark

Wettbewerbsfähigkeit der Erzeuger bleibt das zentrale Ziel

08. Februar 2018

Foto: Landvolk

Grundlagenpapier Acht Punkte hält der Milchausschuss des Landvolks für unverzichtbar, wenn es um eine starke Milcherzeugung in Niedersachsen geht.  Wir fragten den Vorsitzenden, Jan Heusmann, welche das sind.

Warum hat der Ausschuss jetzt dieses Papier aufgelegt?
Wir haben kurz hintereinander mehrere heftige Preiskrisen erleben müssen. Die Aufarbeitung setzt jedes Mal  neu an, wir kommen nicht wirklich voran. Das hat uns bewogen, einige Rahmenbedingungen und Positionen, die bereits abgestimmt sind, festzuhalten.

Was zählt nach Einschätzung des Landvolkes hier zu den Eckpunkten?
Die Landwirte haben auf den Milchmarkt einen großen Einfluss, und zwar über die genossenschaftlichen Milchverarbeiter. Sie sind in der Hand aktiver Landwirte. Daneben sind die privaten Unternehmen wichtig. Ein Eingreifen des Staates in den Markt oder auch die Lieferbeziehungen ist daher aus unserer Sicht nicht notwendig.

Wo müssen Veränderungen erfolgen, um die Milchbauern gegen hohe Preisschwankungen abzusichern?
In der Kommunikation zwischen Milchbauern und Molkereien gibt es zweifelsfrei noch Luft nach oben. Eine engere Abstimmung kann nicht allein über den Preis erfolgen, die Marktsignale müssen noch frühzeitiger kommuniziert und auch beachtet werden. Der Milchbauer sollte vorab Klarheit darüber erhalten, welchen Preis er für die gelieferte Milch bekommen wird.

Immer wieder werden neue Instrumente der Preisabsicherung genannt. Wie steht das Landvolk dazu?
Diese Absicherung, etwa über die Börse, ist wichtig und primär Aufgabe der Molkereien. Für die Landwirte setzt das Landvolk weiter auf die Optimierung der steuerlichen Tarifglättung, um einen einkommenswirksamen Ausgleich zwischen Hoch- und Tiefpreisphasen herbeizuführen.

Befürworter einer marktkonformen Mengenanpassung haben den nationalen, mitunter sogar regionalen Verkauf im Fokus. Ist das der richtige Weg?
Offene Märkte sind heute gelebte Selbstverständlichkeiten, Abschottungspolitik passt nicht dazu. Nationale und auch regionale Märkte bleiben die wichtigsten Abnehmer. Aber die internationale Nachfrage wollen wir natürlich auch bedienen und erwarten die Unterstützung der Politik zur Erschließung neuer Exportziele.

Was ist das elementare Ziel des Grundlagenpapiers?
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der einzelne Milchviehhalter und dessen Wettbewerbsfähigkeit. Wenn unsere Milchbauern die nicht erreichen, können sie ihre Höfe nicht weiterbewirtschaften. Das wollen wir möglichst vermeiden. Die Wege dahin können sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von der Weidemilch über Biomilch bis hin zur Ausrichtung auf Standardprodukte mit optimalen Herstellungskosten.
Diese Vielfalt wollen wir fördern.
Interview: Gabi v.d. Brelie

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