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Ehrgeiziges Ziel: Düngeverordnung soll bereits im Mai in Kraft treten

13. April 2017

Foto: landpixel

Schnellstart Die Bundesregierung drückt nach der Zustimmung des Bundesrats bei der Düngeverordnung aufs Tempo. Das Kabinett beschloss vorige Woche die Verordnung zur Neuordnung der guten fachlichen Praxis beim Düngen mit den verlangten Änderungen. In Kraft treten wird die Neuregelung nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt.

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) sind Verkündung und das Inkrafttreten der Düngeverordnung für Mai geplant. Nach Schätzungen der Behörde wird die Umsetzung der neuen Vorschriften mehr als 190 Mio. Euro pro Jahr kosten, 80 Mio. Euro davon fallen ab 2020 an.

Teuerster Einzelposten ist die Erweiterung der Lagerkapazitäten mit einer Summe von 45 Mio. Euro/Jahr ab 2020.

Knapp dahinter folgt die Verpflichtung zur jährlichen Nitratbeprobung, sofern Grenzwerte überschritten werden. Diese schlägt mit 39 Mio. Euro jährlich zu Buche.

Die Verpflichtung zur Beifügung eines Ureasehemmstoffes wird ab 2020 jährlich knapp 30 Mio. Euro kosten.

Für die geforderte schnellere Einarbeitungszeit von Dünger rechnet das BMEL mit Mehrkosten von rund 4,83 Euro/ha. Würden die 11,8 Millionen Hektar Ackerland, die im Jahr 2016 bewirtschaftet wurden, komplett gedüngt, bedeutete dies 57 Mio. Euro.

Mit Zuversicht sieht das Agrar- und Ernährungsforum Münsterland (AEF) der Umsetzung der Düngeverordnung entgegen. Aus dem vom BMEL geförderten Projekt „Bioenergie-Region Südoldenburg“ seien zahlreiche Ergebnisse hervorgegangen. Ein Mittel zur Optimierung der Stoffströme könnte der Aufbau einer Logistikschiene durch GPS-gesteuerte Kombiliner sein, die Nährstoffe abtransportierten und Futtermittel zurückführten. Auch in der Fütterung gebe es Lösungen, die in erheblichem Umfang zur Reduktion von Stickstoff und Phosphat beitragen. Uwe Weddige vom Verband der Maschinenringe Niedersachsens geht davon aus, dass ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, das landesweit verbindlich eingeführt werden soll, mehr Akzeptanz und Vertrauen schaffen wird. Unternehmen der Region verfügten über Aufbereitungsverfahren, um die Transportwürdigkeit von Gülle und Gärresten zu erhöhen.
AgE/ah

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