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Nachwuchs fordert Antworten

03. November 2016

Foto: Seinhauer/BVNON

Uelzen Staatssekretär Peter Bleser hatte sich für den Besuch in Uelzen richtig Zeit genommen. Er besuchte zwei Betriebe und stellte sich der Diskussion mit Landwirten. Die schonten den Gast aus Berlin aber nicht und forderten Antworten.

Der Schuh drückt bei den Tierhaltern an vielen Stellen. Das machte Thorsten Riggert, Vorsitzender des Bauernverbandes Nordostniedersachsen (BVNON), dem parlamentarischen Staatssekretär Peter Bleser während eines Stallrundgangs deutlich. Die Forderungen nach Freilauf für Sauen im Deckzen-
trum und Abferkelbereich wies Riggert mit Blick auf die anfallenden Kosten beim Neu- und Umbau sowie oftmals fehlender Bebauungsfläche zurück. „Das ist von Familienbetrieben und insbesondere bei der derzeitigen finanziellen Lage nicht zu leisten. Und wer nicht bauen kann, muss den Bestand um die Hälfte reduzieren. So einfach ist das.“ Das wiederum bedeute für viele Tierhaltungsbetriebe das Aus. Bleser räumte ein, dass diese Forderungen nur von großen Betrieben erfüllt werden könnten.

Im Anschluss ging es für den Gast aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium auf den Kartoffel-Betrieb von Georg-Wilhelm Timm. Der Landwirt aus Holdenstedt kritisierte die Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels: „Jeder denkt sich ständig irgendetwas Neues aus, gesetzliche Regelungen spielen keine Rolle“. Dem hätten die Landwirte nichts entgegenzusetzen.
Während der folgenden Diskussion ging es vor allen Dingen um Planbarkeit. Gemüseanbauer und Nachwuchslandwirt Dominic Schwutke brachte die geplante Novelle der Düngeverordnung ins Spiel. Der derzeitige Stand drohe aus seiner Sicht den Rückgang des Einsatzes von organischem Dünger wie Kompost oder Hühnertrockenkot zugunsten von Mineraldünger zu befördern. Abgesehen davon: „Die derzeitige Hängepartie ist unzumutbar.“ Jan-Wilhelm Strampe, Vorsitzender des Arbeitskreises Junger Landwirte Uelzen, ärgerte sich, dass emotionale Argumente häufig keine Sachdiskussion zuließen. In Bezug auf die Pflanzenschutzdiskussion sei es wichtig, dass die Zulassung verlängert werde, um Bereiche wie die Kartoffel- oder Zuckerrübenproduktion aufrecht zu erhalten.

Staatssekretär Bleser, der gemeinsam mit dem heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Henning Otte angereist war, versprach, dass seine Partei 2017 ein „Landwirtschaftsprogramm 2030“ vorlegen wird. „Wir brauchen Leitplanken und die müssen länger gültig sein als eineinhalb Jahre“, forderte BVNON-Vorsitzender Riggert.
red/Katja Ahnfeldt-Timm

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