gemeinsam stark

Landvolk: Superabgabe für Markt einsetzen

25. Juni 2015


Milchmarkt Die Meinungen mögen kontrovers sein, aber es gibt einen großen gemeinsamen Nenner: Die vom Landvolk Niedersachsen repräsentierten Milcherzeuger nehmen die Herausforderungen des Marktes an. Auf Einladung des Verbandes diskutierten sie in Hünzingen mit Molkereivertretern, im Vordergrund stand die gemeinsame Verantwortung im Markt.

Ob groß oder klein, investitionsbereit oder gerade gewachsen, Diskussionsleiter Heinz Korte stellte einen Konsens fest zwischen den gut 100 Landvolkvertretern aus allen Landesteilen und den Vertretern der Molkereien, Ralf Hinrichs (Ammerland), Hans Holtorf (frischli) und Sönke Voss (DMK). Molkereien und Landwirte verstehen sich als Partner,  die Molkereien sind der verlängerte Arm der Bauern in den Markt. Bedauert wurde allerdings die wenig ausgeprägte Partnerschaft des Handels zu Molkerei- und Landwirtschaft. „Wir sehen uns hier mit vielen Forderungen, aber wenig Entgegenkommen konfrontiert“, bedauerte Korte. Kritisch wurde auch das Verhalten vieler grüner Politiker gesehen: Sie sprächen sich für kleine Betriebe aus und bereiteten gleichzeitig mit neuen Vorschriften großen Höfen den Weg.

Nach 31 teuren Jahren mit Mengenregulierung will niemand dorthin zurück. Deren Nachwirkungen belasten die Milcherzeuger noch mit dem Abtrag von Quotenkosten und einer hohen Superabgabe für das letzte Jahr. Dieser Betrag sollte daher nach Meinung des Verbandes in der 2. Säule den Milcherzeugern zugutekommen.  An die Brüsseler Politik geht der Appell, die Höhe des Interventionspreises zu überprüfen und leicht anzuheben. Eine immens hohe Bedeutung messen Molkereivertreter wie Landwirte dem Trinkmilchpreis bei, er bilde für den Milchmarkt eine Eckpreisfunktion und setze Signale - leider zu häufig negative. Keine einheitliche Meinung gab es zu einem gemeinsamen Verkaufskontor für die Trinkmilchvermarktung. Langfristig werde es nicht funktionieren, könne aber kurzfristig Marktverwerfungen verhindern. Wichtig bleibt nach einhelliger Einschätzung der Export, bei der Erschließung neuer Märkte in asiatischen oder afrikanischen Ländern könne die Politik unterstützen und sich als Marktöffner betätigen.

In dem Wunsch nach einem nachhaltig guten Preis sind sich Molkereien und Landwirte einig. Die tendenziell positive Entwicklung des Milchmarktes in der jüngsten Vergangenheit sollte Mut machen, Schwankungen des Marktes werden sich nicht verhindern lassen. Die unsichtbare Hand des Marktes steuert die Preise, macht aber Prognosen äußerst schwer. Leichter dürfte die gemeinsame Verantwortung für das Image zu stemmen sein, die bereits erzielten Erfolge im Qualitätsmanagement und der Nachhaltigkeitsdiskussion sollen Ansporn sein.  
Br

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